Hochhubwagen: Funktion, Hubhöhen und Einsatzgrenzen

Ein normaler Hubwagen hebt die Palette nur bodenfrei an. Ein Hochhubwagen bringt sie je nach Bauart auf 1,2 bis etwa 3 m als Mitgänger und auf rund 5 bis 6 m mit Standplattform. Damit ersetzt er im kleinen Lager oft den Stapler. Die Grenze setzt aber selten die Hubhöhe, sondern die Resttragfähigkeit oben im Regal, der Boden und die Bauart der Radarme.

Kurz zusammengefasst

  • Die Nenntragfähigkeit gilt fast immer nur bei 600 mm Lastschwerpunkt und geringer Hubhöhe. Ein manuelles Gerät mit 1.000 kg schafft laut Datenblatt bei 2.000 mm Hub noch rund 800 kg.
  • Radarm-Geräte fahren unter die Palette. Eine Euro-Palette nehmen sie deshalb nur über die Schmalseite auf, geschlossene Paletten gar nicht. Dafür brauchen Sie Spreizbeine.
  • Für Mitgänger-Geräte reicht eine Unterweisung. Hat das Gerät eine Standplattform und fährt schneller als 6 km/h, gilt es als Flurförderzeug mit Fahrerstand: Dann sind Ausbildung und schriftlicher Auftrag Pflicht.
  • Auch der rein manuelle Hochhubwagen fällt unter die DGUV Vorschrift 68 und muss mindestens einmal im Jahr von einem Sachkundigen geprüft werden.
  • Mit angehobener Last wird nur zum Aufnehmen und Absetzen gefahren, nicht über die Halle.

Wie ein Hochhubwagen funktioniert

Ein Hochhubwagen ist ein Hubwagen mit Hubmast. Die Gabel fährt am Mast nach oben, die Last steht dabei über oder zwischen den Radarmen, die das Gerät gegen Kippen abstützen.

Den Antrieb gibt es in drei Stufen. Beim manuellen Gerät pumpen Sie mit der Deichsel oder einem Fußpedal, geschoben wird von Hand. Beim halbelektrischen Gerät hebt ein Elektromotor die Gabel, fahren müssen Sie weiterhin selbst. Der vollelektrische Hochhubwagen, im Handel oft Elektro-Deichselstapler genannt, fährt und hebt elektrisch. Kleinere Geräte haben einen einfachen Mast, ab etwa 2.500 mm Hubhöhe kommt meist ein Duplexmast mit zwei Mastabschnitten zum Einsatz.

Der Mast ist aber nicht der einzige Unterschied zum normalen Hubwagen. Ein Hochhubwagen ist schwerer, länger und braucht mehr Platz zum Rangieren. Ein manuelles Gerät mit 2.500 mm Hub wiegt etwa 300 kg, ein Gerät mit Standplattform für über 5 m Hub rund 1.600 kg.

Hubhöhen und Tragfähigkeiten im Überblick

Mitgänger-Geräte enden meist bei etwa 3 m Hubhöhe, Geräte mit Standplattform reichen bis etwa 5 bis 6 m. Die Nenntragfähigkeit liegt typischerweise zwischen 1.000 und 1.600 kg, gemessen bei 600 mm Lastschwerpunkt.

Bauart Typische Hubhöhe Typische Tragfähigkeit Wofür geeignet
Manuell (Pumpen und Schieben) 1.200 bis 3.000 mm um 1.000 kg, oben deutlich weniger Werkstatt, Lager mit wenigen Einlagerungen am Tag, Arbeitstisch-Ersatz
Halbelektrisch (Heben elektrisch) 1.600 bis 3.000 mm um 1.000 kg kurze Wege, aber regelmäßiges Einlagern in die zweite und dritte Ebene
Elektrisch, Mitgänger bis etwa 3 m 1.000 bis 1.600 kg tägliches Ein- und Auslagern ohne Stapler
Elektrisch mit Standplattform bis etwa 5 bis 6 m 1.400 bis 1.600 kg (Beispiel Linde L14/L16 SP) Palettenregal mit mehreren Ebenen, längere Fahrwege

Die Werte sind Richtwerte aus Herstellerdatenblättern und Fachliteratur (Quellen unten). Für Ihre Planung zählt allein das Datenblatt des konkreten Geräts. Achten Sie dort auf drei Angaben: Nenntragfähigkeit Q, Lastschwerpunktabstand c und das Resttragfähigkeitsdiagramm.

Resttragfähigkeit: das, was oben wirklich übrig bleibt

Die Resttragfähigkeit ist die Last, die das Gerät bei einer bestimmten Hubhöhe und einem bestimmten Lastschwerpunkt noch sicher trägt. Sie ist fast immer kleiner als die Zahl, die groß auf dem Gerät steht.

Der Lastschwerpunkt ist der Abstand vom Gabelrücken bis zur Mitte der Last. Bei einer gleichmäßig beladenen Euro-Palette, die über die Schmalseite aufgenommen wird, liegt er bei 600 mm, weil die Palette 1.200 mm tief auf der Gabel steht. Genau für diesen Fall gelten die Nennwerte. Sobald die Last länger ist, einseitig gepackt oder übersteht, wandert der Schwerpunkt nach vorn, und die zulässige Last sinkt.

Rechenbeispiel: 900 kg auf die dritte Ebene

Ein manueller Hochhubwagen hat laut Datenblatt 1.000 kg Nenntragfähigkeit und bei 2.000 mm Hubhöhe noch etwa 800 kg, jeweils bei 600 mm Lastschwerpunkt. Eingelagert werden soll eine Palette mit 900 kg, auf der Maschinenteile nach vorne gepackt sind, sodass der Schwerpunkt bei etwa 800 mm liegt.

Als Faustformel rechnen Sie zulässige Last = Resttragfähigkeit × Nenn-Lastschwerpunkt ÷ tatsächlicher Lastschwerpunkt. Diese vereinfachte Rechnung zeigt die Größenordnung, sie ersetzt aber nicht das Diagramm des Herstellers. Liegt Ihr Schwerpunkt außerhalb der Werte im Diagramm, fragen Sie den Hersteller, bevor Sie heben.

Situation Rechnung Zulässig 900-kg-Palette
Bodennah, c = 600 mm Nennwert 1.000 kg in Ordnung
Bodennah, c = 800 mm 1.000 kg × 600 ÷ 800 750 kg 20 % zu schwer
2.000 mm Hub, c = 600 mm Datenblatt 800 kg 12,5 % zu schwer
2.000 mm Hub, c = 800 mm 800 kg × 600 ÷ 800 600 kg 50 % zu schwer

Am Boden fällt nichts auf: Das Gerät hebt die Palette problemlos an. Gefährlich wird es erst in Regalhöhe, wo Mast und Ketten sich durchbiegen und das Gerät beim Anfahren oder Absetzen kippen kann. Genau deshalb gehört die Resttragfähigkeit für jede Regalebene als Wert an den Arbeitsplatz und nicht bloß ins Datenblatt im Büro.

Radarme oder Spreizbeine: die Bauart entscheidet über die Palette

Radarm-Geräte fahren mit ihren Stützarmen unter die Palette und brauchen deshalb eine unten offene Einfahrseite. Spreizbein-Geräte umgreifen die Palette außen und nehmen auch geschlossene Paletten auf. Klären Sie das vor dem Kauf.

Bei der Europalette mit ihren Maßen und Bodenbrettern heißt das konkret: Die Bodenbretter laufen in Längsrichtung, die Lastrollen der Radarme können also nur zwischen ihnen absetzen, wenn Sie über die 800-mm-Schmalseite einfahren. Von der Längsseite blockieren die Bretter. Bei Industriepaletten, Chemiepaletten mit umlaufenden Bodenbrettern und vielen Einwegpaletten funktioniert der Radarm gar nicht.

Wenn Ihre Ladungsträger … … dann wählen Sie Worauf Sie achten
fast nur Euro-Paletten sind, immer über die Schmalseite Radarm-Gerät Unterfahrhöhe der Gabel (oft 85 bis 90 mm) passt zur Palette
gemischt sind: Euro-, Industrie- und Einwegpaletten Spreizbein-Gerät Innenmaß zwischen den Spreizbeinen größer als die breiteste Palette
quer eingelagert werden müssen (1.200 mm Front) Spreizbein-Gerät Spreizbeine brauchen unten im Regal Freiraum, also keine Traverse auf Bodenhöhe
Gitterboxen sind je nach Fußform; vorher praktisch testen Höhe des Bodenrahmens und Gewicht der vollen Box
im Regal stehen, dessen unterste Ebene auf dem Boden steht Radarm-Gerät die Radarme fahren unter die Palette, die Regalstützen bleiben unberührt

Wer mit Gitterboxen arbeitet, sollte das Gerät vor dem Kauf mit einer vollen Box ausprobieren. Die Box steht auf Füßen, und ob die Radarme dazwischen passen, hängt vom Modell ab.

Standsicherheit im Alltag

Ein Hochhubwagen kippt nicht, wenn er auf ebenem, festem Boden steht, die Last mittig sitzt und nur bei abgesenkter Gabel gefahren wird. Fast alle Unfälle entstehen, wenn eine dieser drei Bedingungen fehlt.

Die DGUV Vorschrift 68 legt in § 12 fest, dass mit einer höher als bodenfrei angehobenen Last nur zum Aufnehmen und Absetzen gefahren werden darf. Eine Ausnahme gilt nur, wenn der Hersteller das ausdrücklich vorsieht. Wer die Palette auf 1,5 m pumpt und dann zum Regal schiebt, verstößt also nicht nur gegen die Betriebsanleitung, sondern gegen die Unfallverhütungsvorschrift.

Der Boden ist der zweite Punkt. Die kleinen Lastrollen, beim manuellen Beispielgerät aus der Quellenliste 74 mm Durchmesser, bleiben an Fugen, Kanten von Hallentoren und Kabelbrücken hängen. Mit gehobener Last reicht dieser Stoß, um das Gerät aufzuschaukeln. Gefälle, auch die Rampe zur Ladebrücke, ist für Hochhubwagen tabu. Achten Sie beim Einlagern außerdem auf die Lastmitte: Liegt die Palette seitlich versetzt auf der Gabel, verschiebt sich der Schwerpunkt in Richtung einer Radarmkante, und das Gerät wird seitlich instabil.

Planen Sie die Gänge großzügig. Für ein Gerät mit Standplattform nennt Linde im Datenblatt eine Arbeitsgangbreite von rund 2,9 m für eine Euro-Palette längs, darin sind 200 mm Sicherheitsabstand enthalten. Bei Mitgänger-Geräten kommt hinter der Deichsel der Platz für den Bediener dazu; die genaue Arbeitsgangbreite steht im Datenblatt unter „Ast“. Wie Sie Ebenen, Gangbreiten und Stellplätze aufeinander abstimmen, steht im Ratgeber zum Palettenregal mit Aufbau, Maßen und Planung.

Aus der Praxis

Ein häufiger Fehler: Ein Betrieb kauft den Hochhubwagen nach Nenntragfähigkeit und Hubhöhe, etwa „1.000 kg, 2.500 mm“, und geht davon aus, dass beides zusammen gilt. Im Regal stehen dann oben 900-kg-Paletten, die das Gerät auf dieser Höhe gar nicht tragen darf. Das fällt erst auf, wenn sich der Mast sichtbar neigt.

So vermeiden Sie das: Legen Sie vor dem Kauf fest, welches Gewicht in welche Ebene soll, und lassen Sie sich vom Händler das Resttragfähigkeitsdiagramm geben. Kleben Sie die zulässige Last je Ebene als Schild ans Regal, neben das Belastungsschild. Schwere Paletten gehören nach unten, und zwar auch aus Sicht des Regals.

Unterweisung, Fahrerlaubnis und Prüfung

Für Mitgänger-Hochhubwagen genügt eine dokumentierte Unterweisung, kein Staplerschein. Mit Standplattform über 6 km/h gilt das Gerät als Flurförderzeug mit Fahrerstand. Jedes Gerät, auch das manuelle, muss jährlich geprüft werden.

Die DGUV Vorschrift 68 unterscheidet in § 7 zwei Fälle. Mitgänger-Flurförderzeuge dürfen Personen steuern, die geeignet und in der Handhabung unterwiesen sind. Für Geräte mit Fahrersitz oder Fahrerstand gelten strengere Regeln: mindestens 18 Jahre, Ausbildung, nachgewiesene Befähigung und ein schriftlicher Auftrag. Laut Durchführungsanweisung zählen Mitgänger-Geräte mit Fahrerstandplattform und mehr als 6 km/h Höchstgeschwindigkeit zur zweiten Gruppe. Das Linde-Gerät aus der Tabelle oben fährt 9,5 km/h und hat eine feste Standplattform: Dafür brauchen Ihre Leute die volle Ausbildung. Was diese umfasst und kostet, steht im Ratgeber Staplerschein: Wer ihn braucht, wie die Ausbildung abläuft und was sie kostet.

Weniger bekannt ist die Prüfpflicht. Die Vorschrift nimmt nur Geräte aus, die von Hand bewegt werden und keine Hubeinrichtung haben. Ein manueller Hochhubwagen hat eine Hubeinrichtung, also gilt § 37: Prüfung in Abständen von längstens einem Jahr durch einen Sachkundigen. Viele Betriebe denken bei der jährlichen UVV-Prüfung nur an Stapler und vergessen die Handgeräte in der Werkstatt.

Pflicht Wann Wer Grundlage
Unterweisung (Mitgänger) vor dem ersten Einsatz, danach regelmäßig, in der Praxis jährlich Vorgesetzte oder beauftragte Person § 7 Abs. 2 DGUV V 68, § 12 ArbSchG
Ausbildung und schriftlicher Auftrag vor dem ersten Einsatz bei Geräten mit Fahrerstand Ausbilder, Auftrag durch den Unternehmer § 7 Abs. 1 DGUV V 68
Sichtprüfung vor Arbeitsbeginn täglich bzw. vor jeder Schicht Bediener Betriebsanleitung, Gefährdungsbeurteilung
Wiederkehrende Prüfung längstens alle 12 Monate Sachkundiger § 37 DGUV V 68

Checkliste für die Sichtprüfung vor Arbeitsbeginn

  • Gabel und Radarme ohne Risse, Verformungen und frische Schweißstellen
  • Hubkette gleichmäßig gespannt, Kettenbolzen gesichert
  • Hydraulik dicht: kein Öl am Mast, am Zylinder oder auf dem Boden unter dem Abstellplatz
  • Last bleibt angehoben stehen, die Gabel sinkt nicht von allein ab
  • Senkventil lässt sich feinfühlig dosieren
  • Lenk- und Lastrollen laufen frei, ohne Flachstellen oder eingewickelte Folie
  • Typenschild und Resttragfähigkeitsangabe lesbar
  • Bei Elektrogeräten: Not-Aus, Hupe, Bremse und Fahrschalter in der Deichsel funktionieren, Batteriestand ausreichend

Ist einer dieser Punkte nicht in Ordnung, wird das Gerät gekennzeichnet und stillgelegt. Den Rest erledigt die jährliche Prüfung, die Sie mit Datum und Ergebnis dokumentieren.

Einsatzgrenzen: wann der Hochhubwagen die falsche Wahl ist

Der Hochhubwagen passt zu wenigen Einlagerungen am Tag, kurzen Wegen und ebenen Böden. Bei vielen Bewegungen, Rampen, Außenflächen oder Höhen über 3 m ist ein Stapler oder ein Gerät mit Standplattform sicherer und schneller.

Die manuelle Variante ist ein Werkzeug für Werkstätten und kleine Lager, in denen ein paar Paletten pro Tag in die zweite Ebene müssen oder schwere Teile auf Arbeitshöhe gehoben werden. Wer mehrmals pro Stunde auf 2 m pumpt, wird das Gerät nach einigen Wochen hassen, und zwar zu Recht. Ab da lohnt der elektrische Hub.

Klare Grenzen sind:

  • Lkw-Be- und Entladung über Rampen oder Ladebleche: Gefälle und Kanten vertragen sich nicht mit angehobener Last.
  • Außenflächen mit Pflaster oder Schotter: Die kleinen Lastrollen sinken ein oder bleiben hängen.
  • Regale mit mehr als drei Ebenen: Mitgänger-Geräte enden meist bei etwa 3 m, darüber wird das Sichtfeld schlecht.
  • Paletten über 1.000 kg in Regalhöhe: Hier reicht die Resttragfähigkeit der meisten Mitgänger-Geräte nicht.

Denken Sie bei der Planung auch an das Regal selbst. Beim Rangieren mit der Deichsel wird eine Regalstütze schnell angefahren, und jede angefahrene Stütze ist ein Fall für die Regalprüfung nach DIN EN 15635.

Unsere Einschätzung

Für ein kleines Lager mit bis zu drei Regalebenen, ebenem Hallenboden und überwiegend Euro-Paletten ist ein elektrischer Mitgänger-Hochhubwagen mit Radarmen die vernünftigste Lösung. Er braucht keinen Staplerschein, kostet im Betrieb wenig und reicht für den Alltag.

Den manuellen Hochhubwagen empfehlen wir nur für Werkstätten und Lager mit wenigen Hubvorgängen am Tag. Wer gemischte Ladungsträger hat, kauft Spreizbeine, auch wenn sie mehr Platz brauchen. Nicht lohnen sich Hochhubwagen für Betriebe mit Rampenverladung, Außenlager oder Regalen über 3 m. Dort ist ein Stapler mit ausgebildetem Fahrer die ehrlichere Antwort. Für jedes Gerät gilt: Ohne Resttragfähigkeit je Regalebene heben Sie nichts nach oben.

Häufige Fragen zum Hochhubwagen

Brauche ich für einen Hochhubwagen einen Staplerschein?

Nein, solange Sie ihn als Mitgänger zu Fuß führen. Dann reicht nach § 7 Abs. 2 DGUV Vorschrift 68 eine Unterweisung. Geräte mit Fahrerstandplattform, die schneller als 6 km/h fahren, gelten dagegen als Flurförderzeuge mit Fahrerstand. Dafür sind Ausbildung, Befähigungsnachweis und schriftlicher Auftrag Pflicht.

Wie hoch kann ein Hochhubwagen heben?

Manuelle und halbelektrische Geräte gibt es meist mit 1.200 bis 3.000 mm Hubhöhe. Elektrische Mitgänger enden bei etwa 3 m, Geräte mit Standplattform erreichen 5 bis 6 m. Entscheidend ist aber, welche Last das Gerät in dieser Höhe noch trägt.

Was bedeutet Resttragfähigkeit?

Das ist die Last, die das Gerät bei einer bestimmten Hubhöhe und einem bestimmten Lastschwerpunkt noch sicher heben darf. Ein manuelles Gerät mit 1.000 kg Nenntragfähigkeit schafft bei 2.000 mm Hub zum Beispiel noch etwa 800 kg. Liegt der Schwerpunkt weiter vorn als 600 mm, sinkt der Wert weiter.

Muss ein manueller Hochhubwagen jährlich geprüft werden?

Ja. Die DGUV Vorschrift 68 nimmt nur handbewegte Geräte ohne Hubeinrichtung aus. Ein Hochhubwagen hebt, also gilt die Prüfung durch einen Sachkundigen in Abständen von längstens einem Jahr nach § 37.

Darf ich mit angehobener Palette fahren?

Nur zum Aufnehmen und Absetzen, also die letzten Zentimeter ans Regal. Längere Strecken fahren Sie mit abgesenkter Last. So steht es in § 12 der DGUV Vorschrift 68, Ausnahmen gelten nur, wenn der Hersteller sie ausdrücklich vorsieht.

Kann ich eine Europalette von der Längsseite aufnehmen?

Mit einem Radarm-Gerät nicht, weil die Bodenbretter quer zur Einfahrrichtung liegen und die Lastrollen nicht absetzen können. Dafür brauchen Sie ein Gerät mit Spreizbeinen, das die Palette außen umgreift und die Gabeln frei einfahren lässt.

Mehr zu Regalsystemen, Lasten und Prüfpflichten finden Sie im Überblick Lagerregale und Lagertechnik: Systeme, Tragfähigkeit und Sicherheit im Überblick.

Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung oder Prüfung durch eine befähigte Person. Maßgeblich sind die Betriebsanleitung und das Resttragfähigkeitsdiagramm Ihres Geräts, die Vorgaben Ihrer Berufsgenossenschaft und Ihre eigene Gefährdungsbeurteilung.

Quellen

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