Ein Schwerlastregal trägt pro Ebene deutlich mehr als ein normales Kellerregal, aber die Zahl auf dem Karton sagt wenig darüber aus, wie viel es in Ihrem Betrieb sicher trägt. Ein Baumarkt-Steckregal mit „875 kg Tragkraft“ hält 175 kg je Boden, gleichmäßig verteilt. Ein gewerbliches Schwerlastregal hat dagegen ein Datenblatt mit getrennter Fachlast und Feldlast, ein Belastungsschild und eine Montageanleitung, die Verankerung und Prüfung regelt.
Kurz zusammengefasst
- „Gesamttragkraft 875 kg“ bei Baumarktregalen ist meist nur die Summe der Bodenlasten: 5 Böden × 175 kg. Eine geprüfte Feldlast steckt nicht dahinter.
- Gewerbliche Regale geben Fachlast (je Ebene) und Feldlast (alle Ebenen eines Feldes zusammen) getrennt an. Die Feldlast ist oft kleiner als die Summe aller Fachlasten.
- Ab 200 kg Fachlast oder 1.000 kg Feldlast verlangte die DGUV Regel 108-007 dauerhafte Angaben zu Hersteller, Typ, Baujahr und zulässigen Lasten am Regal.
- Handbeladene Regale: oberste Ablage höchstens fünfmal so hoch wie die Regaltiefe, sonst ist ein Standsicherheitsnachweis bzw. eine Befestigung nötig.
- Im Betrieb ist ein Regal ein Arbeitsmittel. Üblich nach DIN EN 15635 sind eine Inspektion mindestens alle 12 Monate und regelmäßige Sichtkontrollen.
Was ein Schwerlastregal von einem normalen Regal unterscheidet
Der Begriff ist nicht genormt. Händler nennen alles „Schwerlastregal“, was mehr trägt als ein Haushaltsregal. Für Sie zählt deshalb nicht der Name, sondern ob es belastbare Lastangaben, ein Belastungsschild und eine Herstellerdokumentation gibt.
Im Handel begegnen Ihnen grob zwei Welten. Auf der einen Seite stehen Steckregale aus dem Baumarkt und Onlinehandel: dünnwandige, verzinkte Stahlprofile, Böden aus MDF oder Spanplatte, werkzeuglos zusammengesteckt. Sie kosten wenig und sind für Keller, Garage und Hobbywerkstatt gedacht. Auf der anderen Seite stehen gewerbliche Systeme, meist als Weitspann- oder Fachbodenregal ausgeführt. Ein Weitspannregal ist ein Regal mit langen, freitragenden Holmen ohne Mittelstütze, auf denen Böden aus Stahlpaneelen oder Spanplatte liegen. Diese Systeme lassen sich als Grund- und Anbaufeld zu ganzen Regalzeilen erweitern, und für jedes Bauteil gibt es Ersatzteile.
Ein Palettenregal gehört übrigens nicht in diese Gruppe. Sobald Sie ganze Paletten mit dem Stapler einlagern, lesen Sie besser unseren Ratgeber Palettenregal: Aufbau, Maße, Tragfähigkeit und Planung. Ein Schwerlastregal im hier gemeinten Sinn wird von Hand beladen: Kisten, Eimer, Motoren, Kartons, Ersatzteile, Werkzeugkoffer.
Baumarkt-Steckregal und gewerbliches Schwerlastregal im Vergleich
Der Unterschied liegt weniger im Stahl als in der Dokumentation. Das gewerbliche Regal nennt Fachlast, Feldlast und Montagebedingungen, das Steckregal meist nur eine Bodenlast und eine addierte Gesamtlast.
Die folgende Tabelle stellt zwei echte Datenblätter gegenüber: ein typisches Steckregal aus dem Baumarkt (toom, Artikel 10487727) und ein Weitspann-Anbauregal aus dem Katalog eines Industriehändlers (Hoffmann Group, Bestellnummer 990955). Beide Angaben haben wir am 14.10.2026 abgerufen.
| Merkmal | Baumarkt-Steckregal | Gewerbliches Weitspannregal |
|---|---|---|
| Maße (H × B × T) | 180 × 90 × 40 cm | 250 × 250 × 60 cm |
| Last je Ebene | 175 kg pro Boden | Fachlast je nach Holmtyp bis 1.050 kg |
| Gesamtangabe | „Belastbarkeit max. 875 kg“ (= 5 × 175 kg) | Feldlast max. 3.500 kg, bei Knicklänge über 1.200 mm max. 2.600 kg |
| Böden | MDF, Stärke nicht angegeben | Stahlpaneele 25 mm oder Spanplatte |
| Eigengewicht | 14,2 kg | je nach Ausstattung |
| Hinweise zur Lastverteilung | keine | Feldlast abhängig von Knicklänge, Abzug für zusätzliche Böden |
| Befestigung | Dübel und Schrauben beiliegend, keine Anleitung im Datenblatt | Boden- und Wandbefestigung separat, nicht im Lieferumfang |
| Erweiterbar | nur als zweites, eigenständiges Regal | als Anbaufeld am vorhandenen Rahmen |
Auffällig ist, was beim Steckregal fehlt: keine Feldlast, kein Hinweis, wie die 175 kg verteilt sein müssen, keine Angabe zur Bodenstärke. Das Regal ist deshalb nicht schlecht. Für 30 Umzugskartons im Keller reicht es locker. Es ist aber nicht dafür gebaut, dass zwei Mitarbeiter einen 120-kg-Getriebeblock anheben und auf die Bodenkante schieben.
Tragkraft-Angaben richtig lesen: Fachlast, Feldlast und die Summenfalle
Die Fachlast ist die Last, die eine einzelne Ebene tragen darf. Die Feldlast ist die Gesamtlast aller Ebenen zwischen zwei Rahmen. Beide Werte stehen getrennt im Datenblatt, und die Feldlast ist häufig kleiner als die Summe der Fachlasten.
Die DGUV Regel 108-007 definiert die Fachlast als „diejenige Last, die von einer Regalseite aus in ein Fach eingebracht werden kann“. Ein Feld ist der Bereich zwischen zwei Ständerrahmen mit allen Ebenen übereinander. Die Rahmen tragen am Ende das gesamte Gewicht und leiten es in den Hallenboden. Wie viel sie aufnehmen, hängt vor allem von der Knicklänge ab: dem freien Abstand zwischen zwei Ebenen, über den die Stütze nicht seitlich gehalten wird. Je größer dieser Abstand, desto eher knickt eine Stütze aus.
Rechenbeispiel 1: Das Baumarktregal
Das Steckregal aus der Tabelle hat 5 Böden zu je 175 kg. 5 × 175 kg = 875 kg. Genau diese Zahl steht als „Belastbarkeit max.“ im Datenblatt. Mehr als die Addition steckt nicht dahinter. Die Angabe setzt voraus, dass jeder Boden gleichmäßig belastet ist und alle Böden im vorgesehenen Raster hängen. Hängen Sie einen Boden aus, um Platz für hohe Teile zu schaffen, verlängert sich die Knicklänge. Ob die Stützen das dann noch mitmachen, verrät Ihnen niemand.
Rechenbeispiel 2: Das gewerbliche Regal
Beim Weitspannregal aus der Tabelle beträgt die Fachlast bis 1.050 kg, die Feldlast 3.500 kg. Bauen Sie vier Ebenen ein, ergibt die Summe 4 × 1.050 kg = 4.200 kg. Das sind 700 kg mehr, als das Feld tragen darf. Sie dürfen also nicht jede Ebene voll ausreizen. Im Mittel bleiben 3.500 kg ÷ 4 = 875 kg pro Ebene.
Es wird noch knapper, wenn Sie die Ebenen weit auseinander setzen. Liegt die Knicklänge über 1.200 mm, sinkt die zulässige Feldlast laut Datenblatt auf 2.600 kg. Bei drei Ebenen sind das rechnerisch rund 866 kg pro Ebene, obwohl auf jedem Holm „1.050 kg“ steht. Diese Abhängigkeit ist der eigentliche Grund, warum ein seriöser Hersteller beide Werte getrennt angibt.
Gleichmäßig verteilt heißt wirklich gleichmäßig
Herstellerangaben beziehen sich in der Regel auf eine gleichmäßig über die Fläche verteilte Last. Eine 150-kg-Maschine auf einem Holzklotz in Bodenmitte ist eine Punktlast und belastet den Boden deutlich stärker als 150 kg Kleinteile in Kisten. Für die Durchbiegung, also das Durchhängen eines Bodens oder Holms unter Last, nannte die DGUV Regel 108-007 Grenzwerte: bei metallischen Bauteilen höchstens 1/200 der Stützweite, bei anderen Werkstoffen höchstens 1/150.
Was das praktisch bedeutet, zeigt diese Übersicht:
| Bauteil und Stützweite | Grenzwert | Zulässige Durchbiegung |
|---|---|---|
| MDF-Boden, 90 cm | 1/150 | 6 mm |
| Stahlholm, 90 cm | 1/200 | 4,5 mm |
| Stahlholm, 180 cm | 1/200 | 9 mm |
| Stahlholm, 250 cm | 1/200 | 12,5 mm |
Legen Sie eine Wasserwaage oder ein gespanntes Schnurstück über einen voll beladenen Holm und messen Sie den Abstand in der Mitte. Liegt er sichtbar über diesen Werten, ist die Ebene überladen oder das Bauteil beschädigt. Ein MDF-Boden, der sich dauerhaft durchgebogen hat, erholt sich nicht mehr und gehört ausgetauscht.
Aus der Praxis
Ein häufiger Fehler: Ein Betrieb kauft mehrere Steckregale, stellt sie in eine Reihe und verschraubt die Stützen benachbarter Regale miteinander, damit es „wie eine Regalanlage“ aussieht. Dadurch entsteht ein System, das so nie berechnet wurde, und die ohnehin knappen Herstellerangaben gelten nicht mehr. Wenn Sie eine durchgehende Regalzeile brauchen, kaufen Sie ein System mit Grund- und Anbaufeldern. Das ist auf die gemeinsame Nutzung der Rahmen ausgelegt, und Sie bekommen dafür ein Belastungsschild.
Typische Maße und welche Tiefe Sie wirklich brauchen
Steckregale gibt es meist mit 30, 40 oder 50 cm Tiefe. Gewerbliche Schwerlastregale beginnen oft dort, wo Steckregale aufhören: 60 cm Tiefe sind verbreitet, weil Behälter im Euro-Grundmaß 600 × 400 mm dann quer oder längs passen.
Die Tiefe entscheidet über mehr als den Stauraum. Für handbeladene Regale begrenzt die DGUV Information 208-061 die Höhe der obersten Ablage auf das Fünffache der Regaltiefe. Wird dieser Wert überschritten, muss die Standsicherheit nachgewiesen werden, praktisch durch Befestigung an der Wand oder Verbindung mit anderen Regalen.
| Regaltiefe | Oberste Ablage ohne Nachweis bis | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 30 cm | 1,50 m | Farbdosen, Ordner, Kleinteilekästen |
| 40 cm | 2,00 m | Kartons, Werkzeugkoffer, Getränkekisten |
| 50 cm | 2,50 m | größere Kartons, Eimer, Kanister |
| 60 cm | 3,00 m | Behälter 600 × 400 mm, Motoren, Ersatzteile |
Ein Steckregal mit 180 cm Höhe und 40 cm Tiefe liegt also knapp im Rahmen. Bei einem 250 cm hohen Regal mit 40 cm Tiefe nicht mehr: Das muss an die Wand. Die beiliegenden Dübel passen übrigens nicht zu jeder Wand. In Gasbeton oder Trockenbau brauchen Sie geeignete Befestigungsmittel, und bei einer Kellerwand mit Feuchtigkeitsschäden suchen Sie besser einen anderen Standort.
Für die Breite gilt: Je länger der Boden, desto weniger trägt er bei gleichem Material. Wer schwere Teile lagert, wählt eher zwei Felder à 100 cm als ein Feld mit 200 cm Spannweite. Und wer Reifen lagert, plant ohnehin anders. Dafür gibt es einen eigenen Ratgeber zum Regal für Reifen in der Werkstatt.
Woran Sie ein gutes Schwerlastregal erkennen
Qualität zeigt sich zuerst in den Unterlagen: vollständiges Datenblatt mit Fach- und Feldlast, Montageanleitung mit Befestigungsvorgaben, ein Belastungsschild und lieferbare Ersatzteile. Erst danach kommen Materialstärke und Verarbeitung.
Die DGUV Regel 108-007 verlangte bei ortsfesten Regalen mit mehr als 200 kg Fachlast oder mehr als 1.000 kg Feldlast dauerhaft erkennbare Angaben zu Hersteller oder Einführer, Typbezeichnung, Baujahr oder Kommissionsnummer und zu den zulässigen Fach- und Feldlasten. Ein Steckregal mit 175 kg pro Boden fällt knapp unter die Fachlast-Schwelle. Das ist kein Zufall, sondern typisch für diese Preisklasse.
Diese Punkte prüfen Sie vor dem Kauf, am besten anhand der Unterlagen, die Sie sich vorab schicken lassen:
- Fachlast und Feldlast stehen getrennt im Datenblatt, mit Angabe, für welchen Ebenenabstand die Feldlast gilt.
- Der Hersteller liefert ein Belastungsschild mit oder bietet es an.
- Die Montageanleitung sagt, ab welcher Höhe und wie das Regal an Wand oder Boden befestigt wird.
- Für Böden, Holme und Rahmen gibt es Nachkaufteile, auch noch in einigen Jahren.
- Die Holme werden gegen Aushängen gesichert, durch Sicherungsstifte, Schrauben oder eine Verriegelung.
- Die Böden sind auf die Last ausgelegt: Stahlpaneele für schwere Teile und Öl, Spanplatte für Kartons und trockene Ware.
- Die Stützen haben Fußplatten, die das Gewicht verteilen, und Bohrungen für eine Bodenverankerung.
Das GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit“) ist ein gutes Zeichen, aber kein Ersatz für die Lastangaben. Es sagt, dass ein Prüfinstitut das Produkt geprüft hat, nicht, dass es für Ihre Last und Ihre Aufstellhöhe passt.
Wann sich welches Regal lohnt
Ein Steckregal reicht für leichte bis mittlere Lasten, für Privatnutzung und für Lager, in denen nicht mit Flurförderzeugen gefahren wird. Sobald Ihre Lasten pro Ebene über 175 kg gehen, das Regal höher als fünfmal seine Tiefe ist oder Gabelhubwagen in der Nähe fahren, nehmen Sie ein gewerbliches System.
Als Entscheidungshilfe:
- Wenn Sie privat im Keller oder in der Garage Kartons, Konserven und Gartengeräte lagern, dann genügt ein Steckregal. Befestigen Sie es trotzdem an der Wand, sobald Kinder in der Nähe sind.
- Wenn ein Handwerksbetrieb leichte Verbrauchsmaterialien in einem Nebenraum lagert, dann kann ein gutes Steckregal ausreichen. Dokumentieren Sie es in der Gefährdungsbeurteilung und nehmen Sie es in Ihre Sichtkontrollen auf.
- Wenn einzelne Teile über 50 kg wiegen oder Ebenen regelmäßig voll ausgelastet werden, dann brauchen Sie ein Weitspann- oder Fachbodenregal mit Datenblatt und Belastungsschild.
- Wenn Hubwagen oder Stapler im Gang fahren, dann gehören ein Anfahrschutz an die Eckstützen und ein gewerbliches System mit Bodenverankerung dazu. Die DGUV Regel 108-007 verlangte bei nicht leitliniengeführten Fördermitteln einen mindestens 0,3 m hohen Anfahrschutz an den Eckbereichen, der mindestens 400 Nm aufnehmen kann.
- Wenn Sie ganze Paletten einlagern, dann ist ein Schwerlastregal das falsche Regal. Das ist ein Fall für ein Palettenregal mit Traversen, passend zu den Maßen der Europalette.
Unsere Einschätzung
Für den gewerblichen Einsatz würden wir kein Baumarkt-Steckregal kaufen, sobald die Lasten über das Niveau von Kartons und Kleinteilen hinausgehen. Der Grund ist nicht die Materialstärke, sondern die fehlende Dokumentation: Ohne Feldlast und Belastungsschild können Sie bei einer Prüfung oder nach einem Schaden nicht belegen, dass das Regal für die Last geeignet war. Ein gewerbliches Weitspannregal kostet mehr, lässt sich aber erweitern, ersatzteilversorgen und sauber prüfen. Für den privaten Keller ist das dagegen Geld, das Sie sich sparen können. Dort reicht ein ordentlich aufgestelltes und an der Wand befestigtes Steckregal.
Aufstellen, befestigen und im Betrieb prüfen
Stellen Sie das Regal lotrecht auf einen tragfähigen, ebenen Boden, befestigen Sie es nach Herstellervorgabe und hängen Sie das Belastungsschild sichtbar auf. Danach gehört es in Ihre Sichtkontrollen und in die jährliche Inspektion.
Die Standsicherheit muss nach der DGUV Regel 108-007 mit einem Sicherheitsfaktor von mindestens 2,0 gegen Kippen gegeben sein. Am häufigsten kippen Regale nicht beim Beladen, sondern beim Entladen: Jemand zieht an einer schweren Kiste in der obersten Ebene, oder ein Mitarbeiter klettert auf den untersten Boden. Beides lässt sich nur durch Befestigung und Unterweisung verhindern, nicht durch ein schwereres Regal.
Im Betrieb ist ein Regal ein Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung. Art und Fristen der Prüfung legen Sie in der Gefährdungsbeurteilung fest. Üblich nach DIN EN 15635 sind eine Experteninspektion durch eine befähigte Person mindestens alle 12 Monate und Sichtkontrollen in kürzeren Abständen, etwa wöchentlich. Was dabei geprüft wird und wer prüfen darf, steht ausführlich im Ratgeber Regalprüfung nach DIN EN 15635: Pflicht, Intervalle und Ablauf.
Bei der Sichtkontrolle eines Schwerlastregals achten Sie besonders auf diese Schäden:
- verbogene oder eingedrückte Stützen, vor allem im unteren Meter
- Holme, die durchhängen oder nicht mehr vollständig eingehängt sind
- fehlende Sicherungsstifte oder Schrauben
- gequollene, gebrochene oder dauerhaft durchgebogene Böden
- gelöste Wand- oder Bodenbefestigungen
- ein fehlendes oder unleserliches Belastungsschild
Beschädigte Teile tauschen Sie gegen Originalteile desselben Herstellers. Richten Sie verbogene Stützen nicht selbst zurück: Der Stahl ist danach geschwächt, auch wenn er wieder gerade aussieht.
Häufige Fragen zum Schwerlastregal
Was bedeutet „875 kg Tragkraft“ bei einem Steckregal?
Meist ist das die Summe der einzelnen Bodenlasten, also 5 Böden × 175 kg. Jeder Boden darf 175 kg tragen, gleichmäßig verteilt. Sie dürfen nicht 875 kg auf einen Boden legen oder einen Boden mit 300 kg belasten, nur weil die anderen leer sind.
Wie viel trägt ein Schwerlastregal pro Boden?
Baumarkt-Steckregale tragen typischerweise um 175 kg pro Boden. Gewerbliche Weitspannregale kommen je nach Holm auf Fachlasten von mehreren hundert bis über 1.000 kg. Maßgeblich ist immer das Datenblatt, und dort zusätzlich die Feldlast für das ganze Feld.
Muss ein Schwerlastregal an der Wand befestigt werden?
Bei handbeladenen Regalen spätestens dann, wenn die oberste Ablage höher liegt als das Fünffache der Regaltiefe, bei 40 cm Tiefe also über 2,00 m. Halten Sie sich darüber hinaus an die Montageanleitung. Viele Hersteller schreiben die Befestigung unabhängig von der Höhe vor.
Wie tief sollte ein Schwerlastregal sein?
Für Kartons und Werkzeugkoffer reichen meist 40 bis 50 cm. Für Behälter im Euro-Grundmaß 600 × 400 mm und schwere Ersatzteile sind 60 cm sinnvoll. Ein tieferes Regal steht außerdem stabiler und darf höher gebaut werden.
Braucht ein Schwerlastregal ein Belastungsschild?
Nach der DGUV Regel 108-007 waren ab 200 kg Fachlast oder 1.000 kg Feldlast dauerhafte Angaben zu Hersteller, Typ, Baujahr und zulässigen Lasten nötig. Auch darunter empfehlen wir ein Schild, damit jeder im Betrieb weiß, was auf die Ebenen darf.
Kann ich Spanplatten-Böden durch dickere Holzplatten ersetzen?
Nur, wenn der Hersteller das freigibt. Ein schwererer Boden erhöht das Eigengewicht und kann anders auf den Holmen aufliegen. Für Öl, Feuchtigkeit oder hohe Punktlasten sind Stahlpaneele des Herstellers die bessere Wahl.
Einen Überblick über alle Regalsysteme, Lastbegriffe und Pflichten finden Sie im Ratgeber Lagerregale und Lagertechnik: Systeme, Tragfähigkeit und Sicherheit im Überblick.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung oder Prüfung durch eine befähigte Person.
Quellen
Die Lastangaben, Grenzwerte und Prüfanforderungen in diesem Ratgeber stammen aus diesen Quellen. Die Rechenbeispiele beruhen auf den genannten Datenblattwerten.
- DGUV Regel 108-007: Lagereinrichtungen und -geräte (aktualisierte Nachdruckfassung 09/2006, inzwischen zurückgezogen; Abschnitte 4.1.2.3, 4.1.2.5, 4.2.1, 4.2.5, 4.2.7; abgerufen am 14.10.2026)
- DGUV Information 208-061: Lagereinrichtungen und Ladungsträger (Ausgabe 11/2023, aktualisierte Fassung 07/2024, abgerufen am 14.10.2026)
- KomNet NRW, Dialog 44126: Sichtprüfung von Regalen, BetrSichV und DIN EN 15635 (Stand 20.05.2025, abgerufen am 14.10.2026)
- toom: Produktdaten Schwerlast-Steckregal 180 × 90 × 40 cm, Artikel 10487727 (abgerufen am 14.10.2026)
- Hoffmann Group: Datenblatt Weitspann-Anbauregal, Tiefe 600 mm, Bestellnummer 990955 (abgerufen am 14.10.2026)