Ein Fachbodenregal ist das richtige Regal, wenn Sie Kartons, Kleinteilekästen und Einzelteile von Hand ein- und auslagern und auf jede Ebene direkt zugreifen wollen. Für Paletten, sperriges Material über einen Meter Länge oder Lasten von mehreren hundert Kilogramm pro Ebene ist es die falsche Wahl. Bevor Sie bestellen, sollten Sie vor allem zwei Zahlen aus dem Datenblatt verstehen, die Fachlast und die Feldlast, und eine Regel kennen, die bei Standardregalen mit 2,5 m Höhe fast immer greift: die Fünf-zu-eins-Regel für die Standsicherheit.
Kurz zusammengefasst
- Fachbodenregale sind für die Beschickung von Hand gebaut. In den ausgewerteten Datenblättern trägt ein Boden 180 kg beim Steck- und 350 kg beim Schraubsystem.
- Bei Fachbodenregalen begrenzt meist die Fachlast, nicht die Feldlast. Die Feldlast hängt außerdem vom Abstand der Fachböden ab.
- Faustregel der DGUV für handbeschickte Regale: oberste Ablage höchstens fünfmal so hoch wie das Regal tief ist. Ein 2,5 m hohes Regal mit 40 cm Tiefe liegt darüber und muss gesichert werden.
- Ab 200 kg Fachlast oder 1.000 kg Feldlast gehören Hersteller, Typ, Baujahr und zulässige Lasten dauerhaft ans Regal.
- Gänge, die nur zum Ein- und Auslagern von Hand dienen, müssen nach ASR A1.8 mindestens 0,75 m breit sein. Mit Hubwagen oder Kommissionierwagen brauchen Sie deutlich mehr.
Aufbau eines Fachbodenregals
Ein Fachbodenregal besteht aus senkrechten Ständern, eingehängten oder verschraubten Stahlfachböden und einer Aussteifung über Diagonalverbände oder Wände. Man erweitert es feldweise: ein Grundregal mit vier Ständern, dann Anbauregale, die sich je einen Ständer mit dem Nachbarfeld teilen.
Die Ständer sind gelochte Winkel- oder Profilstützen. Das Lochraster bestimmt, wie fein Sie die Böden in der Höhe versetzen können. In den beiden Datenblättern, die wir für diesen Ratgeber ausgewertet haben, sind es 40 mm beim Steckregal und 25 mm beim Schraubregal. Die Fachböden sind abgekantete Stahlbleche, meist rund 1 m breit und 30 bis 60 cm tief. Weil das Blech an allen vier Seiten auf den Ständern liegt, trägt es ohne zusätzliche Traversen.
Ohne Aussteifung würde ein beladenes Regal in Längsrichtung wie ein Parallelogramm zur Seite kippen. Deshalb hat jedes Fachbodenregal einen Längsverband: gekreuzte Diagonalstreben, eine Rückwand aus Blech oder beim Schraubsystem die verschraubten Eckverbindungen der Böden. In Querrichtung übernehmen die Ständerrahmen oder Seitenwände diese Aufgabe. Fehlt ein Verband, weil er beim Umbau „gestört“ hat, fehlt dem Regal ein tragendes Bauteil.
Als Zubehör gibt es Trennbleche, Schubladen, Rückwände, Schiebetüren und Kleinteilekästen. Mit Türen wird aus dem Fachbodenregal ein Regalschrank, für den die Standsicherheitsregel weiter unten ebenso gilt.
Steckregal oder Schraubregal
Steckregale bauen Sie schnell und ohne Schrauben auf und versetzen die Böden in Minuten. Schraubregale brauchen mehr Montagezeit, erreichen dafür im Vergleichsbeispiel fast die doppelte Fachlast und sind durch die verschraubten Böden in sich steifer.
Beim Stecksystem hängen Sie die Fachböden in die Ständer ein und sichern sie mit Splinten oder Federstiften. Beim Schraubsystem verschrauben Sie jeden Boden an den Ecken mit dem Ständer, häufig über Eckplatten. Das kostet beim Aufbau Zeit, und jeder spätere Umbau heißt: Schrauben lösen, Boden halten, neu verschrauben. Wie sich das in den Daten niederschlägt, zeigt der Vergleich zweier Regale mit identischen Außenmaßen von 2.500 × 1.000 × 400 mm (Höhe × Breite × Tiefe) und je sechs Böden.
| Merkmal | Stecksystem (Hoffmann Group, Art. 990000) | Schraubsystem (PROREGAL Heavy-Duty) |
|---|---|---|
| Fachlast je Boden | 180 kg | 350 kg |
| Feldlast laut Datenblatt | bis 5.500 kg, bei 600 mm Bodenabstand 1.375 bis 5.500 kg je nach Ausführung | 2.100 kg |
| Summe aller Fachlasten (6 Böden) | 1.080 kg | 2.100 kg |
| Lochraster für Bodenhöhe | 40 mm | 25 mm |
| Montage | Böden einhängen, mit Splinten sichern | Böden über Eckplatten mit den Winkelständern verschrauben |
| Umbau | schnell, ohne Werkzeug | mit Werkzeug, deutlich langsamer |
| Passt gut zu | Ersatzteillager, Kommissionierung, häufig wechselndes Sortiment | schwere Kleinteile, Werkstattmaterial, feste Belegung über Jahre |
Werte aus den Herstellerangaben, Stand 17.10.2026. Es handelt sich um zwei Beispiele, keine Marktübersicht.
Die Tabelle zeigt einen Punkt, den viele übersehen: Beim Steckregal ist die Feldlast fast fünfmal so hoch wie die Summe der Fachlasten. Sie werden sie mit sechs Böden à 180 kg nie erreichen. Beim Schraubregal ist die Feldlast genau die Summe der Fachlasten. Dort dürfen Sie jeden Boden voll beladen, aber keinen Boden zusätzlich einziehen, ohne die Feldlast nachzurechnen. Ein siebter Boden mit 350 kg ergäbe 2.450 kg und läge damit über den zulässigen 2.100 kg.
Fachlast und Feldlast richtig lesen
Die Fachlast ist das, was ein einzelner Boden gleichmäßig verteilt tragen darf. Die Feldlast ist das, was alle Böden eines Feldes zusammen tragen dürfen, also die Grenze für die Ständer. Sie müssen beide Werte einhalten, und der kleinere von beiden begrenzt.
So definiert es auch die DGUV Information 208-061: Fachlast ist die Last, die in ein Fach eingebracht werden kann, Feldlast die Summe der Fachlasten eines Feldes, in der Regel gleichmäßig verteilt. Zwei Dinge stecken in dieser Definition, die im Alltag schiefgehen.
Erstens das Wort „gleichmäßig“. Die 180 kg Fachlast gelten für eine Last, die über den ganzen Boden verteilt ist. Stellen Sie ein 150 kg schweres Getriebe mittig auf einen Boden mit 1 m Spannweite, wirkt die Last punktuell dort, wo der Boden am weichsten ist. Das ist etwas anderes als 150 kg Schrauben in sechs Kästen nebeneinander. Fragen Sie bei schweren Einzelteilen den Hersteller nach der zulässigen Punktlast oder legen Sie eine lastverteilende Platte unter.
Zweitens hängt die Feldlast vom Abstand der Böden ab. Die Ständer knicken umso leichter aus, je größer der freie Abstand zwischen zwei Böden ist, denn jeder Boden stützt den Ständer seitlich. Deshalb nennt das Datenblatt des Steckregals für 600 mm Bodenabstand eine Spanne statt eines festen Werts. Wenn Sie Böden ausbauen, um hohe Kartons unterzubringen, kann die zulässige Feldlast sinken. Prüfen Sie nach jedem Umbau, ob die Konfiguration noch im Datenblatt abgedeckt ist.
Wie stark sich ein Boden durchbiegen darf, ist ebenfalls geregelt: bei Stahl höchstens 1/200 der Stützweite bei zulässiger Last. Bei einem 1.000 mm breiten Fachboden sind das 5 mm. Sehen Sie bei einem beladenen Boden deutlich mehr Durchbiegung oder bleibt er nach dem Entladen krumm, ist er überlastet worden und gehört ausgetauscht.
Rechenbeispiel: Reicht ein Standardregal für das Kleinteilelager?
Ein Elektrobetrieb will Installationsmaterial in Kleinteilekästen mit 400 × 300 mm Grundfläche lagern. Annahme für das Beispiel: Ein voller Kasten wiegt 25 kg. Verwendet wird das Steckregal aus der Tabelle, 1.000 mm breit, 400 mm tief, 180 kg Fachlast.
- Pro Boden passen drei Kästen nebeneinander (3 × 300 mm = 900 mm), die 400 mm Kastenlänge laufen in die Tiefe. Bleiben 100 mm Luft zum Greifen.
- Last je Boden einlagig: 3 × 25 kg = 75 kg. Das sind gut 40 % der Fachlast.
- Stapeln Sie zweilagig, sind es 150 kg, immer noch unter 180 kg. Dreilagig wären es 225 kg und damit zu viel.
- Feldlast bei sechs Böden mit je 150 kg: 900 kg. Unkritisch, solange die Bodenabstände im Datenblatt liegen.
Das Ergebnis ist typisch: Bei Kleinteilen reicht die Fachlast meist, solange Sie nicht stapeln, bis der Boden voll ist. Wer schwere Metallteile, Fliesen oder Getränkekisten einlagert, landet schnell bei 200 kg und mehr pro Boden. Dann ist das Schraubregal oder ein Weitspannregal die bessere Wahl.
Standsicherheit: Die Fünf-zu-eins-Regel
Ein von Hand beladenes Regal gilt nach DGUV Information 208-061 als standsicher, wenn die oberste Ablage höchstens fünfmal so hoch liegt wie das Regal tief ist. Liegt sie höher, müssen Sie das Regal an der Wand, am Boden oder an einem zweiten Regal befestigen.
Hintergrund ist das Kippen nach vorn. Wer oben einen schweren Karton herauszieht, sich an einem Boden festhält oder eine Leiter anlehnt, erzeugt eine Kraft, die ein schmales, hohes Regal umwerfen kann. Bemessen wird ein handbeschicktes Regal deshalb zusätzlich mit einer waagerechten Kraft von mindestens 50 N an der ungünstigsten Stelle, und gegen Kippen ist eine zweifache Sicherheit gefordert.
| Regaltiefe | Maximale Höhe der obersten Ablage ohne Befestigung | Was das für ein Standardregal bedeutet |
|---|---|---|
| 300 mm | 1,50 m | 2,0-m-Regal muss befestigt werden |
| 400 mm | 2,00 m | 2,5-m-Regal mit Boden ganz oben muss befestigt werden |
| 500 mm | 2,50 m | 2,5-m-Regal liegt gerade an der Grenze |
| 600 mm | 3,00 m | 2,5-m-Regal frei aufstellbar, sofern lotrecht und unbeschädigt |
Die gängigste Kombination im Handel, 2,5 m hoch und 40 cm tief, überschreitet die Regel also. Das heißt nicht, dass das Regal unbrauchbar ist. Es heißt, dass Sie es sichern müssen. Dafür gibt es drei übliche Wege: mit Dübeln an einer tragfähigen Wand, Rücken an Rücken mit einem zweiten Regal zu einem Doppelregal verbunden oder über Verbindungsstücke zu einer durchgehenden Regalzeile, die als Ganzes steif ist. Welche Variante zulässig ist, steht in der Aufbauanleitung des Herstellers, die laut DGUV Information 208-061 zu jedem Regal gehört.
Zwei weitere Punkte prüfen Sie beim Aufstellen: Das Regal muss lotrecht stehen, die Ständer dürfen bei voller Beladung höchstens um 1/200 ihrer Höhe abweichen. Bei 2,5 m Höhe sind das 12,5 mm. Und der Boden muss die Last tragen. In Altbauten mit Holzbalkendecke oder auf Zwischenebenen ist das nicht selbstverständlich.
Gangbreiten planen
Nebengänge, in denen Sie ausschließlich von Hand ein- und auslagern, müssen nach ASR A1.8 mindestens 0,75 m lichte Breite haben. Fahren Sie mit Hubwagen oder Kommissionierwagen hinein, gilt die Breite des Transportmittels plus Sicherheitszuschläge.
Die 0,75 m sind ein Mindestmaß, gemessen zwischen den am weitesten vorstehenden Teilen, also auch zwischen herausstehenden Kästen oder offenen Schubladen. Für einen Kommissionierer mit Karton im Arm ist das knapp. Planen Sie bei Neuanlagen lieber mit 0,90 bis 1,00 m, wenn Sie den Platz haben.
Anders sieht es aus, wenn der Gang auch ein Fahrweg ist. Die ASR A1.8 rechnet dann mit der größten Breite des Transportmittels oder Ladeguts plus Randzuschlägen. Bei gemeinsamem Fußgänger- und Fahrzeugverkehr unter 20 km/h sind das 2 × 0,75 m. Ein Mitgänger-Hubwagen mit einer 0,80 m breiten Europalette braucht damit einen Gang von 2,30 m, nicht 0,75 m. Wer in einem Fachbodenregal-Lager mit Paletten in die Gänge fahren will, verliert also viel Fläche. Meist ist es sinnvoller, Paletten an einem Übergabeplatz am Hauptgang abzustellen und von dort von Hand einzulagern.
Wann das Fachbodenregal die bessere Wahl ist
Das Fachbodenregal gewinnt, wenn viele verschiedene Artikel in kleinen Mengen von Hand gegriffen werden. Sobald einzelne Teile zu schwer, zu lang oder zu groß für einen Boden von rund 1 m Breite werden, ist ein anderes Regal besser.
Als Entscheidungshilfe für die typischen Fälle:
| Wenn Ihr Lagergut … | … dann nehmen Sie | Begründung |
|---|---|---|
| aus Kleinteilen, Kartons und Kästen besteht, die eine Person tragen kann | Fachbodenregal | feines Höhenraster, viel Zubehör, gute Flächennutzung bei schmalen Gängen |
| pro Ebene mehr als etwa 350 kg wiegt oder Ablagen deutlich breiter als 1 m braucht | Weitspannregal | im ausgewerteten Beispiel 820 kg Fachlast auf 2,5 m Bodenbreite |
| auf Paletten kommt und mit Stapler bewegt wird | Palettenregal | für Fördermittel gebaut, mit Anfahrschutz und Durchschubsicherung |
| aus Rohren, Profilen, Holz oder Platten besteht | Kragarmregal | keine Ständer im Weg, Langgut liegt auf Armen |
| aus schweren Einzelteilen besteht, das Budget aber klein ist | Schraubregal statt Steckregal | höhere Fachlast bei gleichen Außenmaßen |
| nur gelegentlich in Keller oder Hobbywerkstatt lagert | einfaches Steckregal genügt | kein Arbeitsmittel, keine Prüfpflicht im Betrieb |
Ein ausführlicher Vergleich von Baumarktregal, Weitspann- und gewerblichem Schwerlastregal steht im Ratgeber Schwerlastregal: Tragkraft, Maße und woran Sie Qualität erkennen. Einen Überblick über alle Regalsysteme und Flurförderzeuge finden Sie auf der Seite Lagerregale und Lagertechnik: Systeme, Tragfähigkeit und Sicherheit im Überblick.
Wo das Fachbodenregal schlecht abschneidet
Der Weitspann-Vergleich macht den Unterschied greifbar. Das Steckregal aus der Tabelle trägt 180 kg auf 1 m Bodenbreite, also 180 kg je laufendem Meter. Das Weitspannregal der Hoffmann Group trägt laut Datenblatt 820 kg auf 2,5 m, also rund 330 kg je Meter, und hat keine Ständer alle 1.000 mm. Für Reifen, Motorteile, Farbeimer oder volle Getränkekisten ist das die bessere Konstruktion. Für Reifen gibt es außerdem Spezialregale, mehr dazu im Ratgeber zum Regal für Reifen.
Aus der Praxis
Ein häufiger Fehler: Das Regal wird beim Einzug frei an die Wand gestellt, weil die Dübel „später“ gesetzt werden sollen. Dann wird umgeräumt, das Regal wandert in die Raummitte, und niemand verbindet es mit einem Nachbarregal. Bei 2,5 m Höhe und 40 cm Tiefe steht es damit außerhalb der Standsicherheitsregel. Kippt es, liegt es quer im Gang, und die Böden mit 180 kg stürzen mit.
So vermeiden Sie das: Regeln Sie die Befestigung beim Aufbau, nicht danach. Notieren Sie auf dem Aufbauprotokoll, wie jedes Feld gesichert ist (Wand, Doppelregal, Regalzeile). Und nehmen Sie bei jeder Umstellung die Befestigung in die Checkliste auf.
Kennzeichnung, Prüfung und Betrieb
Ab 200 kg Fachlast oder 1.000 kg Feldlast gehört an das Regal ein dauerhaftes Schild mit Hersteller, Typ, Baujahr und zulässigen Lasten. Ob und wie oft Sie handbeschickte Regale prüfen, legen Sie in Ihrer Gefährdungsbeurteilung fest.
Die Ausnahme für leichte Regale ist eng: Nur handbeschickte Regale mit weniger als 200 kg Fachlast oder weniger als 1.000 kg Feldlast dürfen ohne diese Angaben bleiben, typisch sind Büroregale. Ein Steckregal mit 180 kg Fachlast fällt darunter, ein Schraubregal mit 350 kg nicht. Fehlt das Schild beim Kauf, verlangen Sie es vom Hersteller oder Händler. Ohne Lastangaben am Regal weiß der Kollege, der Ware einräumt, nicht, wo die Grenze liegt.
Einen Anfahrschutz brauchen Fachbodenregale normalerweise nicht. Die Pflicht dazu gilt für ortsfeste Regale, die mit frei verfahrbaren Fördermitteln wie Staplern beschickt werden. Fahren in Ihrem Lager aber Hubwagen an den Regalenden vorbei, ist ein Eckschutz am Gangende trotzdem eine günstige Versicherung.
Im Betrieb ist das Regal ein Arbeitsmittel. Für eine Sichtkontrolle brauchen Sie keine externe Firma. Schauen Sie regelmäßig auf diese Punkte:
- Ständer gerade, ohne Knicke oder Beulen
- alle Splinte, Stifte oder Schrauben an den Böden vorhanden
- Diagonalverbände und Rückwände vollständig
- keine Böden, die nach dem Entladen durchgebogen bleiben
- Wand- oder Bodenbefestigung fest, Regal steht lotrecht
- Belastungsschild vorhanden und lesbar
Wie Prüfintervalle, befähigte Person und das Ampelsystem für Schäden zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Regalprüfung nach DIN EN 15635: Pflicht, Intervalle und Ablauf.
Beim Einkauf auf diese Angaben achten
Vergleichen Sie Angebote nicht über den Preis pro Regal, sondern über Fachlast, Feldlast bei Ihrer Bodenanzahl und Zubehör. Ohne Datenblatt mit beiden Lastwerten und ohne Aufbauanleitung sollten Sie gewerblich nicht kaufen.
Fragen Sie konkret nach:
- Fachlast je Boden und ob sie für gleichmäßig verteilte Last gilt
- Feldlast für die Anzahl Böden und die Bodenabstände, die Sie tatsächlich planen
- Bauart der Längsaussteifung und ob sie bei allen Feldern mitgeliefert wird
- Befestigungsmaterial für Wand oder Doppelregal und Hinweise zur Standsicherheit
- Nachkaufgarantie für Böden und Ständer, damit Sie in fünf Jahren noch erweitern können
- Belastungsschild im Lieferumfang
Lagern Sie Kleinteile in genormten Behältern, planen Sie Bodentiefe und Bodenbreite nach deren Raster. Ein 400 mm tiefer Boden nimmt Behälter mit 400 × 300 mm Grundfläche passgenau auf, für 600 × 400 mm brauchen Sie 600 mm Tiefe. Gitterboxen und Paletten gehören dagegen nicht ins Fachbodenregal; was für die Gitterbox gilt, steht in einem eigenen Ratgeber.
Unsere Einschätzung
Für Ersatzteil-, Werkstatt- und Kleinteilelager ist das Fachbodenregal die Standardlösung, und das zu Recht. Nehmen Sie ein Steckregal, wenn sich Ihr Sortiment oft ändert und kein Boden mehr als etwa 150 kg tragen muss. Nehmen Sie ein Schraubregal, wenn schwere Teile dauerhaft am selben Platz liegen. Wählen Sie bei 2,5 m Höhe lieber 50 cm Tiefe statt 40 cm, wenn Ihr Lagergut es zulässt: Sie gewinnen Lagervolumen und liegen an der Grenze der Standsicherheitsregel statt deutlich darüber. Nicht lohnen sich Fachbodenregale für Palettenware, Langgut und schwere Einzelteile über rund 100 kg. Dort sparen Sie am falschen Ende, wenn Sie Böden verstärken statt das passende Regal zu kaufen.
Häufige Fragen zum Fachbodenregal
Wie viel trägt ein Fachboden?
Das steht im Datenblatt als Fachlast und gilt für gleichmäßig verteilte Last. In den ausgewerteten Beispielen sind es 180 kg beim Stecksystem und 350 kg beim Schraubsystem, jeweils für einen 1.000 × 400 mm großen Boden. Punktlasten in der Bodenmitte vertragen weniger.
Muss ein Fachbodenregal an der Wand befestigt werden?
Wenn die oberste Ablage höher liegt als das Fünffache der Regaltiefe, ja, oder es muss mit einem anderen Regal verbunden werden. Bei 40 cm Tiefe liegt die Grenze bei 2,00 m, bei 50 cm Tiefe bei 2,50 m.
Was ist der Unterschied zwischen Grundregal und Anbauregal?
Das Grundregal steht für sich und hat vier Ständer. Ein Anbauregal hat nur zwei und nutzt die Ständer des Nachbarfeldes mit. Eine Regalzeile besteht deshalb aus einem Grundregal und beliebig vielen Anbauregalen. Beachten Sie, dass sich zwei Felder einen Ständer teilen und dessen Last addiert wird.
Wie breit muss der Gang zwischen zwei Fachbodenregalen sein?
Mindestens 0,75 m, wenn nur von Hand ein- und ausgelagert wird (ASR A1.8). Für Kommissionierwagen oder Hubwagen rechnen Sie die Breite des Fahrzeugs oder der Ladung plus Randzuschläge, bei gemischtem Verkehr 2 × 0,75 m.
Brauchen Fachbodenregale eine jährliche Prüfung?
Eine pauschale Jahresprüfung für jedes handbeschickte Regal schreibt keine Vorschrift fest. Sie legen Art und Häufigkeit der Prüfung in der Gefährdungsbeurteilung fest. Regelmäßige Sichtkontrollen durch eingewiesene Beschäftigte sind in jedem Fall sinnvoll.
Kann ich Steck- und Schraubregal mischen?
Nein. Böden, Ständer und Verbände verschiedener Systeme oder Hersteller passen selten sicher zusammen, und die Lastangaben gelten nur für das geprüfte System. Bleiben Sie bei Erweiterungen beim selben Hersteller und Typ.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung oder Prüfung durch eine befähigte Person.
Quellen
Lastangaben, Grenzwerte und Gangbreiten in diesem Ratgeber stammen aus diesen Quellen. Die Rechenbeispiele beruhen auf den genannten Datenblattwerten.
- DGUV Information 208-061: Lagereinrichtungen und Ladungsträger, Abschnitt 4 Bau und Ausrüstung (Abschnitte 4.1.2.3 bis 4.1.2.5, 4.2.1, 4.2.2, 4.2.5, 4.2.6, 4.2.7.1; abgerufen am 17.10.2026)
- DGUV Information 208-061 bei der DGUV (Ausgabe 11/2023, aktualisierte Fassung 07/2024, abgerufen am 17.10.2026)
- ASR A1.8 Verkehrswege, Abschnitt 4.2 Tabelle 2 und 4.3 Tabelle 3 (Ausgabe März 2022, nichtamtliche Lesefassung, abgerufen am 17.10.2026)
- Hoffmann Group: Fachbodenregal Stecksystem 2.500 × 1.000 × 400 mm, Art. 990000 (Produktdaten, abgerufen am 17.10.2026)
- PROREGAL Fachbodenregal Schraubsystem Heavy-Duty 250 × 100 × 40 cm, Art. 12245218 (Produktdaten, abgerufen am 17.10.2026)
- Hoffmann Group: Datenblatt Weitspann-Anbauregal, Tiefe 600 mm (abgerufen am 17.10.2026)