Die Fachlast ist das Gewicht, das eine einzelne Ebene eines Regals tragen darf, gleichmäßig verteilt. Die Feldlast ist das, was alle Ebenen zwischen zwei Ständerrahmen zusammen tragen dürfen. Beide Werte gelten gleichzeitig, und welcher von beiden Sie zuerst bremst, hängt vom Regal, vom Abstand der Ebenen und sogar vom Gewicht der Fachböden ab.
Genau deshalb reicht es nicht, die Fachlast mit der Zahl der Ebenen zu multiplizieren. Dieser Ratgeber zeigt an zwei durchgerechneten Beispielen mit echten Herstellerwerten, wie Sie ein Belastungsschild lesen, wann es nach einem Umbau nicht mehr stimmt und wo die Last am Ende landet: im Hallenboden.
Kurz zusammengefasst
- Fachlast = zulässige Last je Ebene, Feldlast = zulässige Last aller Ebenen eines Feldes. Sie müssen beide einhalten.
- Die Feldlast kann kleiner, gleich groß oder größer sein als die Summe der Fachlasten. Nur das Datenblatt sagt, was für Ihr Regal gilt.
- Die Feldlast sinkt, wenn Sie Ebenen weiter auseinander hängen, und bei manchen Herstellern zählt das Gewicht der Fachböden mit.
- Auf dem Palettenregal begrenzt oft nicht die Fachlast, sondern die maximale Last je Ladeeinheit.
- Ab 200 kg Fachlast oder 1.000 kg Feldlast gehören die zulässigen Lasten dauerhaft ans Regal (DGUV Information 208-061).
Was Fachlast und Feldlast genau bedeuten
Ein Fach ist eine Lagerebene zwischen zwei Ständern, ein Feld ist der ganze Abschnitt zwischen zwei Ständerrahmen vom Boden bis oben. Die Fachlast begrenzt die Traverse oder den Fachboden, die Feldlast begrenzt die Ständer.
Die DGUV Information 208-061 „Lagereinrichtungen und Ladungsträger“ formuliert es nüchtern: Die Fachlast ist die Last, die in ein Fach eingebracht werden kann. Die Feldlast ist die Summe der Fachlasten in einem Feld, in der Regel gleichmäßig verteilt. Gemeint ist die Summe, die Sie tatsächlich einbringen dürfen, nicht die Summe der Zahlen auf den Traversen.
Zwei Feinheiten werden im Alltag gern übersehen. Erstens bezieht sich die Fachlast auf eine gleichmäßig verteilte Last. Ein 300 kg schweres Getriebe mittig auf einem Fachboden ist etwas anderes als 300 kg Schrauben in zehn Kästen nebeneinander. Zweitens zeigt die DGUV-Information in ihren Abbildungen, dass beim Doppelregal acht Fächer ein Feld bilden, beim Einfachregal vier. Steht auf einem Doppelregal eine Feldlast, klären Sie, ob sie für eine Seite oder für beide Seiten zusammen gilt.
Wer die Lastbegriffe für ein bestimmtes System nachlesen will, findet sie in unseren Ratgebern zum Palettenregal, zum Weitspannregal und zum Fachbodenregal. Hier geht es um das, was alle drei gemeinsam haben: das Schild.
Was auf dem Belastungsschild stehen muss
Am Regal müssen dauerhaft und gut lesbar Hersteller, Typ, Baujahr oder Kommissionsnummer, die zulässigen Fach- und Feldlasten und die maximale Last der Ladeeinheit stehen. Ausnahme: handbeladene Regale unter 200 kg Fachlast oder unter 1.000 kg Feldlast.
So steht es in Abschnitt 4.2.7.1 der DGUV Information 208-061. Statt der Fachlast darf der Hersteller auch die maximale Anzahl Ladeeinheiten pro Fach und deren Höchstgewicht angeben. Das ist bei Palettenregalen verbreitet: „3 Paletten à max. 1.000 kg“ statt „Fachlast 3.000 kg“. Für Kragarmregale gilt eine eigene Regel. Dort stehen die zulässigen Lasten je Kragarm und je Stütze auf dem Schild, weil es keine Fächer im klassischen Sinn gibt.
| Angabe auf dem Schild | Was sie Ihnen sagt | Typische Fehldeutung |
|---|---|---|
| Fachlast (z. B. 820 kg) | Höchstlast je Ebene bzw. je Traversenpaar, gleichmäßig verteilt | „Gilt auch für eine einzelne schwere Kiste in der Mitte“ |
| Feldlast (z. B. 3.500 kg) | Höchstlast aller Ebenen zwischen zwei Rahmen zusammen | „Fachlast × Ebenen ergibt automatisch die Feldlast“ |
| Last je Ladeeinheit (z. B. 515 kg) | Höchstgewicht einer einzelnen Palette oder Gitterbox | „Solange die Fachlast passt, darf eine Palette schwerer sein“ |
| Anzahl Ladeeinheiten je Fach | Wie viele Paletten nebeneinander stehen dürfen | „Eine vierte, leichte Palette passt noch dazu“ |
| Hersteller, Typ, Baujahr/Kommissionsnummer | Damit finden Sie Datenblatt und Montageanleitung wieder | „Unwichtig, Hauptsache die Kilos stehen drauf“ |
Fehlt das Schild an einem gewerblich genutzten Regal, fordern Sie es beim Lieferanten mit Typ und Kommissionsnummer an. Ohne bekannte Lasten kann auch die befähigte Person bei der Regalprüfung nach DIN EN 15635 nicht beurteilen, ob das Regal überladen ist.
Warum die Summe der Fachlasten nicht die Feldlast ist
Die Ständer haben eine eigene Tragfähigkeit, und die hängt vor allem davon ab, wie weit die Ebenen auseinander liegen. Deshalb kann die Feldlast unter, auf oder über der Summe der Fachlasten liegen.
Der physikalische Grund heißt Knicklänge. Gemeint ist der freie Abstand, über den eine Stütze seitlich nicht gehalten wird, zum Beispiel vom Boden bis zur ersten Traverse oder zwischen zwei Ebenen. Jede Traverse und jeder Fachboden stützt den Ständer seitlich ab. Je größer der freie Abstand, desto früher knickt eine Stütze unter Druck aus. Ein Ständer, der bei engen Ebenen 3.500 kg trägt, trägt bei weit auseinander liegenden Ebenen deutlich weniger.
In den Datenblättern sehen Sie deshalb drei Muster:
| Muster | Beispiel aus Herstellerangaben | Was Sie daraus ableiten |
|---|---|---|
| Feldlast kleiner als Summe der Fachlasten | Weitspannregal Hoffmann Group, 4 Ebenen à 820 kg = 3.280 kg, Feldlast 3.500 kg, bei 1.200 mm Knicklänge nur 2.600 kg | Nicht jede Ebene darf voll beladen werden, sobald die Ebenen weit auseinander hängen |
| Feldlast größer als Summe der Fachlasten | Paletten-Grundregal Schulte (Hoffmann Art. 991202), Fachlast 1.545 kg, Feldlast 5.190 kg | Hier begrenzen Traverse und Palettengewicht, die Ständer haben Reserve |
| Feldlast gleich Summe der Fachlasten | Viele Steck- und Baumarktregale, „Gesamtlast“ = Böden × Bodenlast | Die Zahl ist eine Addition, keine geprüfte Ständerlast. Vorsicht bei ausgebauten Böden |
Den Unterschied zwischen addierter „Gesamtlast“ und echter Feldlast sehen Sie besonders deutlich, wenn Sie ein Baumarkt-Steckregal neben ein gewerbliches Regal legen. Mehr dazu im Ratgeber Schwerlastregal: Tragkraft, Maße und woran Sie Qualität erkennen.
Rechenbeispiel 1: Weitspannregal mit vier Ebenen
Vier volle Ebenen à 820 kg passen rechnerisch unter die Feldlast von 3.500 kg. Zählt das Gewicht der Böden mit oder hängt die unterste Ebene hoch, kippt die Rechnung, und zwar um wenige Dutzend Kilo.
Grundlage ist das Datenblatt eines Weitspann-Anbauregals der Hoffmann Group (2.500 mm hoch, 2.500 mm breit, 600 mm tief, vier Ebenen mit Stahlpaneelen, Stand 24.01.2025). Die technischen Daten nennen 820 kg Fachlast und 3.500 kg Feldlast. Die Produktbeschreibung spricht von „maximal 1.050 kg“ Fachlast. Bei zwei unterschiedlichen Werten in einem Dokument rechnen Sie mit dem kleineren und fragen nach. Wichtiger ist ein Satz im Kleingedruckten: Die zulässige Feldlast ist um den Anteil der Fachböden zu verringern. Das Eigengewicht der Paneele geht also von der Feldlast ab.
Das Gewicht der Paneele nennt das Datenblatt nicht. Für die Rechnung nehmen wir 60 kg je Ebene an. Ersetzen Sie diesen Wert durch die Angabe Ihres Herstellers.
| Schritt | Fall A: enge Ebenen | Fall B: unterste Ebene auf 1.200 mm |
|---|---|---|
| Zulässige Feldlast laut Datenblatt | 3.500 kg | 2.600 kg |
| Anzahl belegter Ebenen | 4 | 3 |
| Abzug Fachböden (Annahme 60 kg je Ebene) | 4 × 60 kg = 240 kg | 3 × 60 kg = 180 kg |
| Verbleibende Nutzlast im Feld | 3.260 kg | 2.420 kg |
| Alle Ebenen mit 820 kg beladen | 3.280 kg, also 20 kg zu viel | 2.460 kg, also 40 kg zu viel |
| Zulässig je Ebene bei gleicher Beladung | 815 kg | rund 806 kg |
Die Überschreitung wirkt klein. Sie zeigt aber, wie die Werte zusammenspielen: Ohne den Bodenabzug wäre Fall A mit 220 kg Reserve unkritisch. Mit Abzug ist das Feld voll ausgereizt, bevor die Fachlast der einzelnen Ebene erreicht ist. Fall B ist der Klassiker aus Werkstätten: Jemand hängt die unterste Ebene hoch, um Gitterboxen oder sperrige Teile darunter auf den Boden zu stellen. Die Ebenen sehen danach genauso aus wie vorher, aber das Feld trägt 900 kg weniger.
Ebenso wichtig: Die Fachlast von 820 kg gilt für gleichmäßig verteilte Last auf 2.500 mm Breite. Wer zwei 400-kg-Motoren auf Holzklötze in die Feldmitte stellt, bleibt rechnerisch unter der Fachlast und belastet die Holme trotzdem anders als vorgesehen. Für schwere Einzelteile fragen Sie den Hersteller nach zulässigen Punktlasten oder legen eine lastverteilende Platte unter.
Rechenbeispiel 2: Palettenregal mit drei Paletten je Ebene
Beim Palettenregal begrenzt oft die Last je Palette, nicht die Fachlast. Eine 800-kg-Palette auf einer Traverse für 3 × 515 kg ist unzulässig, auch wenn die Summe der Ebene unter der Fachlast bleibt.
Grundlage ist ein Paletten-Grundregal von Schulte, vertrieben über die Hoffmann Group (Art. 991202, 2.500 mm hoch, 2.700 mm Fachbreite, 1.100 mm tief, neun Palettenplätze je Feld). Angegeben sind 1.545 kg Fachlast als maximale flächenverteilte Last und 5.190 kg Feldlast. Die Produktseite nennt Paletten mit 515 kg. Die Fachlast ist also exakt drei Paletten à 515 kg.
| Beladung einer Ebene | Summe | Zulässig? |
|---|---|---|
| 3 × 500 kg | 1.500 kg | Ja |
| 1 × 800 kg + 2 × 350 kg | 1.500 kg | Nein, eine Palette über 515 kg |
| 2 × 700 kg, mittlerer Platz frei | 1.400 kg | Nein, beide Paletten über 515 kg |
| 4 × 380 kg (Paletten quer gequetscht) | 1.520 kg | Nein, nur drei Palettenplätze vorgesehen |
Warum ist die zweite Zeile ein Problem, obwohl die Ebene insgesamt nicht überladen ist? Eine schwere Palette drückt mit ihren Kufen konzentriert auf einen Abschnitt der Traverse. Die Fachlast setzt voraus, dass sich das Gewicht über die Breite verteilt. Deshalb steht bei Palettenregalen fast immer zusätzlich die Last je Ladeeinheit auf dem Schild.
Ein Punkt, der vielen Planungen Spielraum gibt: Paletten, die direkt auf dem Hallenboden stehen, belasten weder Traversen noch Ständer. Sie gehen nicht in die Feldlast ein. Wer schwere Ware auf die Bodenebene legt und leichte nach oben, nutzt das Regal besser aus und senkt nebenbei das Risiko beim Ein- und Auslagern in großer Höhe. Wie viele Palettenplätze ein Feld bei welcher Traversenlänge bietet, rechnet der Ratgeber Palettenregal: Aufbau, Maße, Tragfähigkeit und Planung Schritt für Schritt durch.
Wo die Last am Ende landet: der Hallenboden
Die Feldlast verteilt sich auf wenige Fußplatten. Bei schweren Palettenregalen kommen pro Fußplatte mehrere Tonnen zusammen, deshalb muss die Tragfähigkeit der Bodenplatte vor dem Aufstellen nachgewiesen sein.
Ein Beispiel aus dem technischen Datenblatt des Palettenregals PR15000 von Topregal: 15.000 kg pro Feld, 7.500 kg pro Ständer, 3.750 kg pro Fußplatte. Eine Traverse mit 270 cm Länge trägt dort 4.500 kg. Diese 3.750 kg drücken auf eine einzige Fußplatte. Der Hersteller rechnet die Belastung je Quadratmeter Bodenfläche für ein Feld mit 270 cm Länge und 80 cm Tiefe mit 5.050 kg/m² aus.
Die DGUV Information 208-061 verlangt in Abschnitt 4.1.2.6, dass die Belastbarkeit der Aufstellfläche vor dem Aufstellen nachgewiesen ist. Schulte nennt für sein Palettenregal als Voraussetzung Beton mindestens der Güte C20/25 und mindestens 200 mm Stärke, und schließt bituminöse Beläge, Magnesitestrich, Verbundsteinpflaster und Walzbeton ausdrücklich aus. Wer ein Regal in eine ältere Halle mit unbekanntem Bodenaufbau stellt, holt sich den Nachweis vom Statiker, bevor das erste Feld steht, nicht danach.
Wann das Schild nach einem Umbau nicht mehr stimmt
Das Belastungsschild gilt nur für die Konfiguration, für die es berechnet wurde. Jede Änderung an Ebenenhöhen, Bauteilen oder Ladungsträgern kann die zulässigen Lasten verändern.
| Wenn Sie … | … dann |
|---|---|
| die unterste Ebene höher hängen | wird die Knicklänge größer, die Feldlast sinkt. Datenblatt prüfen, Schild anpassen lassen. |
| eine Ebene ausbauen, um hohe Teile einzulagern | fehlt eine seitliche Abstützung, die Feldlast kann sinken. Konfiguration beim Hersteller abfragen. |
| eine zusätzliche Ebene einziehen | steigt die Summe der möglichen Fachlasten, die Feldlast nicht. Pro Ebene bleibt weniger. |
| Traversen oder Böden eines anderen Herstellers einsetzen | gelten die Lastangaben des Originalherstellers nicht mehr. Nur mit Freigabe verwenden. |
| von Europaletten auf Gitterboxen oder Industriepaletten umstellen | ändern sich Auflage, Gewicht je Ladeeinheit und Zahl der Plätze. Last je Ladeeinheit neu prüfen. |
| nach einem Staplerstoß einen verformten Ständer feststellen | gelten die Werte auf dem Schild für dieses Feld nicht mehr. Entladen und von der befähigten Person bewerten lassen. |
Der letzte Punkt ist der häufigste. Ein eingedrückter Ständer trägt deutlich weniger, und man sieht es dem Schild nicht an. Ein freistehender Anfahrschutz am Regal fängt einen Teil dieser Stöße ab, bevor sie die Stütze erreichen.
Aus der Praxis
Ein typischer Fehler: Das Belastungsschild hängt korrekt am Regalkopf, aber das Regal wurde seit der Montage mehrfach umgebaut. Ebenen wurden für neue Artikel verschoben, ein Feld bekam eine Ebene mehr, irgendwann kamen Traversen aus einem Restbestand dazu. Auf dem Papier ist alles in Ordnung, in Wirklichkeit weiß niemand mehr, was das Feld trägt.
So vermeiden Sie das: Legen Sie zu jeder Regalanlage einen Belegungsplan mit Ebenenhöhen ab, zusammen mit Datenblatt und Montageanleitung. Jede Umbaumaßnahme wird darin eingetragen und mit dem Datenblatt abgeglichen, bevor das Feld wieder beladen wird. Die befähigte Person hat bei der jährlichen Prüfung dann eine Grundlage, statt raten zu müssen.
Checkliste: das Belastungsschild in fünf Minuten prüfen
Mit diesen sechs Fragen erkennen Sie bei einem Rundgang, ob Schild und Regal zusammenpassen. Sie ersetzen keine Prüfung, zeigen aber, wo Sie nachhaken müssen.
- Hängt an jeder Regalzeile ein lesbares Schild mit Hersteller, Typ und Baujahr oder Kommissionsnummer?
- Stehen Fachlast und Feldlast darauf, bei Palettenregalen zusätzlich die Last je Ladeeinheit oder die Zahl der Paletten je Fach?
- Stimmen die Ebenenhöhen noch mit dem Datenblatt überein, besonders der Abstand vom Boden zur ersten Ebene?
- Stimmt die Zahl der Ebenen je Feld mit der Konfiguration überein, für die das Schild gilt?
- Liegt das schwerste eingelagerte Teil unter der Last je Ladeeinheit, und ist das Gewicht gleichmäßig verteilt?
- Sind Ständer, Traversen und Fußplatten frei von sichtbaren Verformungen?
Ein Nein bei Frage 3, 4 oder 6 heißt: Feld entlasten, bis geklärt ist, was es noch trägt.
Unsere Einschätzung
Planen Sie Ihr Regal immer von der Feldlast her, nicht von der Fachlast. Rechnen Sie das Gewicht der Böden mit, wenn das Datenblatt es verlangt, und lassen Sie bei gewerblich genutzten Regalen mindestens 10 Prozent Luft zur Feldlast. Das ist keine Normvorgabe, sondern eine Reserve gegen unbekannte Kistengewichte und den Tag, an dem jemand doch eine Ebene umhängt.
Wer im Lager mit wechselnden Ladeeinheiten arbeitet, sollte Regale mit klarer Angabe je Ladeeinheit kaufen. Für ein privates Kellerregal mit Einmachgläsern lohnt sich dieser Aufwand dagegen nicht. Dort reicht es, schwere Sachen nach unten zu stellen und keinen Boden auszubauen.
Häufige Fragen zu Fachlast und Feldlast
Zählt das Eigengewicht des Regals zur Feldlast?
Das hängt vom Hersteller ab. Im Hoffmann-Datenblatt für Weitspannregale steht ausdrücklich, dass die Feldlast um den Anteil der Fachböden zu verringern ist. Andere Hersteller rechnen die Böden bereits ein. Suchen Sie im Datenblatt nach einem entsprechenden Hinweis und fragen Sie im Zweifel nach.
Zählen Paletten auf dem Boden zur Feldlast?
Nein. Was direkt auf dem Hallenboden steht, belastet weder Traversen noch Ständer. Es zählt aber zur Bodenbelastung, und es darf den Ständer beim Ein- und Auslagern nicht anstoßen.
Wie lese ich „3 × 1.000 kg“ auf einem Palettenregal-Schild?
Das heißt: höchstens drei Ladeeinheiten nebeneinander pro Ebene, jede höchstens 1.000 kg. Das ersetzt die Fachlastangabe. Eine einzelne 1.500-kg-Palette ist damit auch dann unzulässig, wenn die übrigen Plätze leer bleiben.
Braucht ein Werkstattregal mit 150 kg Fachlast ein Belastungsschild?
Nicht zwingend. Die DGUV Information 208-061 erlaubt den Verzicht bei handbeladenen Regalen mit weniger als 200 kg Fachlast oder weniger als 1.000 kg Feldlast. Ein Etikett mit den Lasten schadet trotzdem nicht, gerade wenn mehrere Leute das Regal beladen.
Was tun, wenn das Schild fehlt und der Hersteller unbekannt ist?
Dann lassen sich die Lasten nicht seriös bestimmen. Ein Statiker oder der Regalhersteller kann die Anlage nachrechnen, wenn die Profile eindeutig identifizierbar sind. Bis dahin beladen Sie das Regal nur leicht oder nehmen es außer Betrieb. Ein Schätzwert aus dem Forum ist keine Grundlage für ein gewerbliches Lager.
Gilt die Fachlast auch bei punktueller Belastung?
Nein. Herstellerangaben beziehen sich auf gleichmäßig verteilte Last. Für schwere Einzelteile fragen Sie die zulässige Punktlast beim Hersteller an oder verteilen das Gewicht über eine stabile Unterlage.
Einen Überblick über alle Regalsysteme, Prüfpflichten und Flurförderzeuge finden Sie im Ratgeber Lagerregale und Lagertechnik: Systeme, Tragfähigkeit und Sicherheit im Überblick.
Quellen
Lastangaben und Anforderungen stammen aus diesen Quellen. Die Rechenbeispiele beruhen auf den genannten Datenblattwerten und den ausdrücklich als Annahme gekennzeichneten Werten.
- DGUV Information 208-061: Lagereinrichtungen und Ladungsträger, Abschnitt 4 Bau und Ausrüstung (Abschnitte 4.1.2.6, 4.2.7.1, 4.2.7.2 mit Abbildungen 8a/8b; abgerufen am 25.10.2026)
- DGUV Information 208-061 bei der DGUV (Ausgabe 11/2023, aktualisierte Fassung 07/2024; abgerufen am 25.10.2026)
- Hoffmann Group: Datenblatt Weitspann-Anbauregal 2.500/2.500, Tiefe 600 mm (Datenblattstand 24.01.2025; abgerufen am 25.10.2026)
- Hoffmann Group: Paletten-Grundregal Tiefe 1.100 mm, Höhe 2.500 mm, Art. 991202 (Hersteller Schulte) (Produktdaten, abgerufen am 25.10.2026)
- Hoffmann Group: Datenblatt Paletten-Grundregal Art. 991202 2500 (Druckstand 27.04.2026; abgerufen am 25.10.2026)
- Topregal: Technisches Datenblatt Palettenregal PR15000 (ohne Datumsangabe im Dokument; abgerufen am 25.10.2026)
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung oder Prüfung durch eine befähigte Person.