Ein Durchlaufregal lagert Ware von hinten ein und gibt sie vorne wieder aus. Die Ladeeinheiten rollen auf leicht geneigten Rollenbahnen nach vorne, deshalb kommt automatisch die älteste Palette oder der älteste Behälter zuerst an die Entnahmeseite. Das ist das FIFO-Prinzip (First in, first out), und genau dafür kauft man ein solches Regal.
Es lohnt sich, wenn Sie wenige Artikel in großer Menge bewegen, Mindesthaltbarkeit oder Chargen im Griff behalten müssen und Einlagern und Kommissionieren räumlich trennen wollen. Für ein breites Sortiment mit kleinen Mengen je Artikel ist es meist die teurere und unflexiblere Lösung.
Kurz zusammengefasst
- Durchlaufregale arbeiten mit Schwerkraft: Hersteller nennen für Paletten ein Gefälle von etwa 3,5 bis 4,5 %.
- Jeder Kanal nimmt nur einen Artikel auf. Wer viele Artikel mit wenigen Paletten hat, verschenkt Kanaltiefe.
- Paletten müssen einwandfrei sein und quer zu den Rollen laufen. Beschädigte Paletten sind die häufigste Störquelle.
- Die DGUV Regel 108-007 verlangt Sicherungen gegen unbeabsichtigtes Herauslaufen an Aufgabe- und Entnahmestelle sowie einen gefahrlosen Zugang zu Störstellen.
- Das Gefälle kostet Bauhöhe: Bei einem 7,6 m langen Kanal liegen Ein- und Auslauf rund 30 cm auseinander.
So funktioniert ein Durchlaufregal
Sie lagern auf der höheren Rückseite ein, die Ladeeinheit rollt durch Schwerkraft nach vorne bis zum Anschlag oder zur vorherigen Einheit. Entnommen wird ausschließlich auf der niedrigeren Vorderseite.
Technisch besteht ein Durchlaufregal aus einem Regalgestell wie beim Palettenregal, in das statt waagerechter Traversen geneigte Rollen- oder Röllchenbahnen eingebaut sind. Jede Bahn bildet einen Kanal. In einem Kanal steht immer nur ein Artikel, die Kanäle daneben und darüber dürfen aber unterschiedliche Artikel führen.
Der eigentliche Vorteil liegt in der Trennung der Wege: Der Stapler, der Nachschub bringt, fährt im Gang hinter dem Regal. Der Kommissionierer oder der Stapler, der auslagert, arbeitet im Gang davor. Beide kommen sich nicht in die Quere, und die Entnahmeseite bleibt immer gefüllt, solange hinten nachgeschoben wird.
Davon zu unterscheiden ist das Einschub- oder Push-back-Regal. Dort wird von derselben Seite ein- und ausgelagert, die neue Palette schiebt die vorhandene nach hinten. Das ergibt LIFO (Last in, first out). Mecalux nennt für Push-back-Systeme bis zu vier Paletten hintereinander je Ebene.
Bauarten im Vergleich
Es gibt zwei Hauptbauarten: Paletten-Durchlaufregale mit schweren Tragrollen für Stapler-Betrieb und Behälter- oder Karton-Durchlaufregale mit Röllchenleisten für die Kommissionierung von Hand.
| System | Prinzip | Bedienung | Passt gut zu | Passt schlecht zu |
|---|---|---|---|---|
| Paletten-Durchlaufregal | FIFO, zwei Gänge | Stapler, Bodenauslauf auch Handhubwagen | Lebensmittel, Getränke, Chargenware, Puffer vor der Produktion | gemischte oder beschädigte Paletten, Nass- und Außenbereiche |
| Behälter-/Karton-Durchlaufregal | FIFO, zwei Gänge | von Hand | Kanban an der Montagelinie, Kleinteilkommissionierung | Säcke, weiche Kartons, Behälter mit stark verripptem Boden |
| Push-back-Regal | LIFO, ein Gang | Stapler | Ware ohne Verfallsdatum, wenig Platz für einen zweiten Gang | Ware mit MHD oder Chargenpflicht |
| Einfahrregal | meist LIFO | Stapler fährt ins Regal | große Mengen weniger Artikel, Kühlhaus | häufiger Zugriff auf einzelne Paletten |
| Palettenregal | direkter Zugriff | Stapler | viele Artikel mit wenigen Paletten | Massenware mit strenger FIFO-Pflicht |
Behälter-Durchlaufregale sind oft der günstigere Einstieg. Sie sitzen typischerweise an Montageplätzen: Der Logistiker füllt von hinten volle Kästen nach, der Monteur greift vorne, und leere Behälter laufen häufig über eine eigene, gegenläufig geneigte Ebene zurück. Für normale Ersatzteillager mit hunderten Artikeln und je einem Behälter reicht ein Fachbodenregal völlig aus.
Gefälle, Kanallänge und Bauhöhe richtig rechnen
Für Paletten nennen Hersteller ein Gefälle von etwa 3,5 bis 4,5 %. Die Bahnlänge ergibt sich aus Palettenzahl mal Palettenlänge plus rund 400 mm. Aus beidem folgt der Höhenunterschied, der jede Ebene Bauhöhe kostet.
Elvedi gibt im Katalog Durchlauflager (Stand 01/2024) die Neigung der Rollenbahnen mit 3,5 bis 4,5 % je nach Beschaffenheit der Paletten an und rechnet die Länge als „Anzahl der Paletten x Länge der Paletten + 400 mm“. Stow nennt in seiner Broschüre etwa 4 % und betont, das Gefälle hänge von Form, Material und Gewichtsspanne der Paletten ab und werde am besten mit den echten Paletten des Kunden getestet.
Rechenbeispiel: Sie wollen sechs Europaletten hintereinander lagern, Einlagerung über die kurze Seite, also 1.200 mm je Palette in Laufrichtung.
- Bahnlänge: 6 × 1.200 mm + 400 mm = 7.600 mm
- Höhenunterschied bei 4 %: 7.600 mm × 0,04 = 304 mm
- bei 3,5 %: 266 mm, bei 4,5 %: 342 mm
Diese rund 30 cm verlieren Sie in jeder Ebene, weil die Bahn hinten höher liegt als vorne und darüber die nächste Ebene samt Ladung Platz braucht. Bei vier Ebenen summiert sich das auf über einen Meter Hallenhöhe, die in einem Palettenregal für Ware genutzt würde. Bei niedrigen Hallen kann das eine Ebene kosten. Rechnen Sie das durch, bevor Sie Angebote vergleichen, und fragen Sie ausdrücklich nach der Einlaufhöhe der obersten Ebene.
Bei Behälter-Durchlaufregalen hängt die passende Neigung stark von Gewicht, Behälterboden und Röllchenteilung ab. Feste Prozentwerte, die für alle Systeme gelten, gibt es nicht. Hier ist ein Probelauf mit Ihren tatsächlichen Behältern, voll und fast leer, der sicherste Weg.
Welche Paletten ein Durchlaufregal verträgt
Nur saubere, unbeschädigte Normpaletten mit gleichmäßig verteilter Last, die mit den Kufen quer zu den Rollen eingesetzt werden. Das Gewicht innerhalb eines Kanals sollte nicht zu weit streuen.
Das Sicherheitshandbuch von Mecalux für Durchlauf- und Push-back-Regale verlangt, dass die unteren Kufen „im rechten Winkel zu den Rollen“ aufgesetzt werden. Die Paletten müssen den im Projekt festgelegten Maßen und Gewichten entsprechen, als Holzflachpaletten werden DIN EN 13698-1 (800 × 1.200 mm) und DIN EN 13698-2 (1.000 × 1.200 mm) genannt. Mehr zu Maßen und Tragfähigkeit der Standardpalette finden Sie im Ratgeber Europalette: Maße, Gewicht, Tragfähigkeit und Kennzeichnung.
Beim Gewicht gilt: Eine sehr leichte Palette rollt anders als eine schwere. Stow gibt für seine Systeme ein Verhältnis von Maximal- zu Minimalgewicht von höchstens 3 zu 1 an. Planen Sie also mit einer Spanne von 300 bis 900 kg, liegen Sie in diesem Rahmen. Wollen Sie im selben Kanal eine Teilpalette mit 150 kg und eine volle mit 1.000 kg fahren, müssen Sie das mit dem Hersteller klären. Einzelne Anbieter bieten dafür spezielle Trennvorrichtungen an.
Gitterboxen, Kunststoff- und Düsseldorfer Halbpaletten laufen nur auf Bahnen, die dafür ausgelegt sind. Wer auf eine Anlage für Europaletten nachträglich Gitterboxen stellen will, braucht in der Regel andere Rollen oder Führungen.
Aus der Praxis
Ein typischer Fehler: Die Anlage wird mit neuen Paletten abgenommen und läuft einwandfrei. Ein Jahr später kommen Tauschpaletten mit gebrochenen Brettern und verdrehten Klötzen hinzu, und plötzlich bleiben Paletten im Kanal hängen. Dann klettert jemand hinein, um sie anzuschieben.
Vermeiden lässt sich das mit einer festen Palettenkontrolle am Wareneingang: Was nicht einwandfrei ist, wird umgepackt, bevor es auf die Aufgabeseite kommt. Mecalux fordert ausdrücklich ein Prüfsystem, das beschädigte Paletten aus dem Kreislauf fernhält. Diese Kontrolle kostet weniger Zeit als jede Störung im siebten Palettenplatz.
Sicherheitstechnik: Bremsrollen, Trennvorrichtung und Durchschubsicherung
Die DGUV Regel 108-007 verlangt Einrichtungen, die ein unbeabsichtigtes Herauslaufen an Aufgabe- und Entnahmestelle verhindern. Bei Paletten übernehmen das Bremsrollen, die Trennvorrichtung am Auslauf und ein Endanschlag.
Die DGUV Regel 108-007 „Lagereinrichtungen und -geräte“ (Nachdruckfassung September 2006) regelt Durchlaufregale in Abschnitt 4.3.2. Die wichtigsten Punkte:
- Es müssen Einrichtungen vorhanden sein, die ein gefahrloses Einbringen und einen freien Durchlauf der Ladeeinheiten sicherstellen (4.3.2.1).
- Störstellen müssen gefahrlos erreichbar sein, etwa über mindestens 0,5 m breite Gänge neben den Durchlaufgassen oder mit geeigneten Befahrgeräten (4.3.2.2).
- An Aufgabe- und Entnahmestellen müssen Einrichtungen ein unbeabsichtigtes Herauslaufen verhindern (4.3.2.3).
- Gefahrstellen zwischen durchlaufendem Lagergut und Regalteilen, die von Verkehrswegen erreichbar sind, müssen gesichert sein (4.3.2.4).
Bremsrollen sind Tragrollen mit eingebauter Bremse, die die Geschwindigkeit der rollenden Palette begrenzen. Stow nennt für seine Bremstragrollen eine maximale Palettengeschwindigkeit von 0,3 m/s und ein maximales Palettengewicht von 1.400 kg. Die Trennvorrichtung (auch Separator) hält am Auslauf die erste Palette von den nachfolgenden getrennt. Erst wenn der Stapler die vordere Palette anhebt, gibt sie die nächste frei. Das nimmt den Staudruck von der Entnahmepalette, die sonst von der ganzen Reihe dahinter gegen den Anschlag gedrückt würde.
Daraus ergibt sich eine Bedienregel, die oft unbekannt ist: Laut Mecalux darf die erste Palette beim Auslagern nicht mehr als 50 mm angehoben werden, damit die Rückhaltevorrichtung nicht freigibt, bevor die Palette ganz heraus ist. Wer die Gabel beim Auslagern gewohnheitsmäßig hoch reißt, lässt die zweite Palette zu früh nachrollen.
Für die Regalecken gilt wie bei jedem Staplerregal ein Anfahrschutz: mindestens 0,3 m hoch, nicht mit dem Regal verbunden, gelb-schwarz gekennzeichnet und so dimensioniert, dass er mindestens 400 Nm aufnehmen kann (DGUV Regel 108-007, Abschnitt 4.2.5). Wer Stapler auf beiden Seiten einsetzt, sollte das an beiden Stirnseiten einplanen.
Regeln für den Betrieb
Einlagern nur hinten, auslagern nur vorne, nie in einen Kanal steigen und Paletten nie von der Entnahmeseite zurückschieben. Diese Regeln gehören in die Betriebsanweisung und in die Unterweisung der Staplerfahrer.
Aus dem Mecalux-Sicherheitshandbuch und der DGUV Regel 108-007 lassen sich diese Punkte für die Unterweisung zusammenstellen:
- Paletten nur auf der hinteren, höheren Seite einlagern, angehoben und mittig, nie durch Schieben oder Schleifen zentrieren.
- Langsam einsetzen, Stöße auf die Rollen vermeiden. Eine beschädigte Rolle kann Paletten aus der Spur bringen oder blockieren.
- Beim Auslagern die erste Palette höchstens 50 mm anheben.
- Eine entnommene Palette nie auf der Entnahmeseite zurück in den Kanal setzen.
- Rollenkanäle nur mit geeigneten Geräten wie Scherenbühne oder zugelassener Arbeitsbühne erreichen, nicht hineinklettern.
- Bei Arbeiten am Kanal diesen sperren, damit niemand von hinten nachlädt, und sich immer hinter der Palette aufhalten (in Laufrichtung gesehen).
- Hängende Paletten nur schieben, nie ziehen.
Wer Durchlaufregale mit dem Stapler bedient, braucht wie überall eine Fahrerausbildung. Was dazu gehört, steht im Ratgeber Staplerschein: Wer ihn braucht, wie die Ausbildung abläuft und was sie kostet.
Prüfung und Kennzeichnung
Durchlaufregale sind Lagereinrichtungen wie andere Regale auch: Sie brauchen ein Belastungsschild, regelmäßige Sichtkontrollen und eine jährliche Prüfung durch eine befähigte Person. Rollen, Bremsen und Trennvorrichtungen kommen als Prüfpunkte hinzu.
Nach DGUV Regel 108-007, Abschnitt 4.2.7.1, müssen ortsfeste Regale mit mehr als 200 kg Fachlast oder mehr als 1.000 kg Feldlast dauerhaft mit Hersteller, Typ, Baujahr oder Kommissionsnummer und den zulässigen Fach- und Feldlasten gekennzeichnet sein. Bei Paletten-Durchlaufregalen ist das praktisch immer der Fall.
Mecalux empfiehlt bei hohem Warenumschlag eine tägliche Sichtprüfung und eine wöchentliche Inspektion durch das Lagerpersonal, eine monatliche Inspektion durch die Lagerleitung und eine jährliche durch einen unabhängigen Sachkundigen. Wie die Regalinspektion grundsätzlich abläuft, beschreibt der Ratgeber Regalprüfung nach DIN EN 15635: Pflicht, Intervalle und Ablauf. Für Durchlaufregale ergänzen Sie die Checkliste um diese Punkte:
- Laufen alle Rollen frei, fehlen Rollen oder sind welche verbogen?
- Bremsen die Bremsrollen spürbar, oder rollen Paletten zu schnell gegen den Anschlag?
- Gibt die Trennvorrichtung zuverlässig frei und sperrt wieder?
- Sind Einlauftrichter, Seitenführungen und Endanschlag unbeschädigt?
- Bleiben Paletten regelmäßig an derselben Stelle hängen? Dann liegt fast immer ein Rollen- oder Palettenproblem vor.
Wann sich ein Durchlaufregal lohnt und wann nicht
Es lohnt sich bei wenigen Artikeln mit vielen Paletten oder Behältern je Artikel, bei strenger FIFO-Pflicht und bei hoher Entnahmefrequenz. Bei breitem Sortiment, wechselnden Ladungsträgern oder schlechten Paletten ist ein klassisches Regal besser.
Die folgende Entscheidungshilfe ersetzt keine Planung, sortiert aber die meisten Fälle schnell:
- Wenn Sie Ware mit Mindesthaltbarkeitsdatum oder Chargenpflicht lagern und je Artikel mindestens so viele Paletten haben, wie ein Kanal fasst, dann ist das Paletten-Durchlaufregal die naheliegende Lösung.
- Wenn Sie viele Artikel mit nur ein bis zwei Paletten haben, dann bleiben Kanäle halb leer. Hier ist ein Palettenregal mit direktem Zugriff wirtschaftlicher.
- Wenn FIFO keine Rolle spielt und kein Platz für einen zweiten Bediengang da ist, dann prüfen Sie ein Push-back-Regal.
- Wenn an einem Montageplatz immer dieselben Kleinteile in Behältern verbraucht werden, dann ist ein Behälter-Durchlaufregal mit Kanban-Nachschub die richtige Wahl.
- Wenn die Anlage in einem nassen, verschmutzten oder ungeschützten Außenbereich stehen soll, dann raten Hersteller wie Stow ausdrücklich ab.
- Wenn Ihre Palettenqualität schwankt und Sie das nicht am Wareneingang abfangen können, dann sollten Sie kein Paletten-Durchlaufregal planen.
Ein Rechenweg für die Kanaltiefe: Nehmen Sie den durchschnittlichen Bestand eines Artikels in Paletten und vergleichen Sie ihn mit der geplanten Kanaltiefe. Liegt der Bestand bei den meisten Artikeln deutlich darunter, planen Sie Stellplätze, die Sie bezahlen und nicht nutzen. Ein Kanal darf nicht mit zwei Artikeln geteilt werden, sonst ist FIFO dahin.
Unsere Einschätzung
Für Getränke-, Lebensmittel- und Produktionsbetriebe mit wenigen schnelldrehenden Artikeln ist das Paletten-Durchlaufregal eine sehr gute Lösung, weil es FIFO erzwingt statt es nur zu erhoffen. Voraussetzung ist eine konsequente Palettenkontrolle. Ohne sie wird das Regal zur Dauerbaustelle.
Für Handwerksbetriebe, Werkstätten und Lager mit breitem Sortiment lohnt es sich meist nicht. Dort holen Sie mit einem gut geplanten Palettenregal oder Fachbodenregal mehr heraus. Das Behälter-Durchlaufregal ist dagegen auch für kleinere Fertigungen interessant, wenn an einem Arbeitsplatz täglich dieselben Teile verbraucht werden.
Häufige Fragen zum Durchlaufregal
Was ist der Unterschied zwischen Durchlaufregal und Einschubregal?
Beim Durchlaufregal wird hinten eingelagert und vorne entnommen, die älteste Ware kommt zuerst raus (FIFO). Beim Einschub- oder Push-back-Regal wird von derselben Seite ein- und ausgelagert, die zuletzt eingelagerte Palette kommt zuerst raus (LIFO).
Wie viel Gefälle braucht ein Paletten-Durchlaufregal?
Hersteller nennen etwa 3,5 bis 4,5 %, je nach Palettenart, Material und Gewicht. Der genaue Wert wird für jede Anlage festgelegt und idealerweise mit den eigenen Paletten getestet.
Wie viele Paletten passen in einen Kanal?
Das ist eine Planungsfrage, keine feste Grenze. Die Bahnlänge berechnen Sie mit Palettenzahl mal Palettenlänge plus rund 400 mm. Mit jeder zusätzlichen Palette steigt der Höhenunterschied zwischen Ein- und Auslauf, bei 4 % sind das 48 mm je Europalette in Längsrichtung.
Braucht ein Durchlaufregal einen Anfahrschutz?
Ja, wenn es mit Staplern oder anderen frei fahrenden Fördermitteln bedient wird. Die DGUV Regel 108-007 verlangt an den Eckbereichen einen mindestens 0,3 m hohen, gelb-schwarz gekennzeichneten Anfahrschutz, der nicht mit dem Regal verbunden ist.
Darf man in ein Durchlaufregal hineinsteigen, um eine Palette zu lösen?
Nein. Störstellen müssen gefahrlos erreichbar sein, zum Beispiel über seitliche Gänge von mindestens 0,5 m Breite oder mit geeigneten Arbeitsbühnen. Der Kanal wird vorher gesperrt, und man steht immer hinter der Palette.
Eignen sich Durchlaufregale für Gitterboxen?
Nur, wenn die Anlage dafür ausgelegt ist. Gitterboxen haben Füße statt Kufen und brauchen passende Rollen und Führungen. Auf einer Bahn für Europaletten laufen sie in der Regel nicht zuverlässig.
Einen Überblick über alle Regalsysteme und ihre Einsatzbereiche finden Sie im Ratgeber Lagerregale und Lagertechnik: Systeme, Tragfähigkeit und Sicherheit im Überblick.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung oder Prüfung durch eine befähigte Person.
Quellen
- DGUV Regel 108-007 „Lagereinrichtungen und -geräte“, Nachdruckfassung September 2006 (Abschnitte 4.2.5, 4.2.7, 4.3.2), abgerufen 22.10.2026
- Mecalux: Funktion, Benutzung, Überprüfung und Wartung von Palettendurchlaufregalen und Push-Back-Regalen, abgerufen 22.10.2026
- Elvedi: Katalog Durchlauflager, Stand 01/2024, abgerufen 22.10.2026
- Stow: Pallet Live Storage (Broschüre), veröffentlicht 07/2024, abgerufen 22.10.2026
- Mecalux: Durchlaufregale / Palettendurchlaufregale, abgerufen 22.10.2026