Ein Kragarmregal ist das richtige Regal für alles, was lang, sperrig oder biegeweich ist: Rohre, Stabstahl, Profile, Kanthölzer, Platten. Ob Sie es einseitig an die Wand oder doppelseitig in den Raum stellen, hängt von der Zugänglichkeit ab, nicht von der Last. Wie viel es trägt, steht in zwei Zahlen auf dem Belastungsschild: der Armlast und der Ständerlast. Wer nur auf die erste schaut, überlastet das Regal schneller als gedacht.
Kurz zusammengefasst
- Ein Kragarmregal besteht aus Ständern mit Fuß, an denen freitragende Arme hängen. Vorne gibt es keine Stützen, deshalb passt Langgut jeder Länge hinein.
- Die Armlast gilt je Arm, die Ständerlast für alle Arme eines Ständers zusammen. In einem typischen Datenblatt sind das 500 kg je Arm und 1.500 kg je einseitigem Ständer.
- Wie sich das Gewicht auf die Arme verteilt, hängt davon ab, wo das Bündel liegt. Ein 1,5 m schief eingelagertes Rohrbündel kann einen Arm um mehr als 20 % überlasten.
- Im Freien braucht das Regal Verzinkung oder geeignete Beschichtung und eine Statik für Wind und Schnee, vor allem mit Dach.
- Im Betrieb gilt das Regal als Arbeitsmittel: Anfahrschutz am Fußsockel, regelmäßige Sichtkontrollen und mindestens jährliche Inspektion.
Wofür sich ein Kragarmregal eignet
Für Langgut, das länger ist als ein Regalfeld oder sich auf Traversen durchbiegen würde. Wer überwiegend Paletten oder Kisten lagert, ist mit Paletten- oder Fachbodenregal besser bedient.
Der Grundgedanke ist einfach. Ein Palettenregal hat vorne und hinten Stützen, Ihr Lagergut muss also zwischen zwei Rahmen passen. Beim Kragarmregal stehen die Ständer nur hinten, die Arme ragen frei nach vorn. Ein 6 m langes Rohr liegt dann quer über mehreren Armen, und Sie können es mit Stapler, Seitenstapler oder Kran von vorne aufnehmen, ohne an einer Stütze hängen zu bleiben.
Typische Nutzer sind Metallhandel, Schlossereien, Zimmereien, Tischlereien, Baustoffhandel und Installationsbetriebe. Auch Werkstätten mit wenigen Metern Profilmaterial profitieren, weil die Ware sortiert und sichtbar liegt statt in einem Stapel auf dem Boden, aus dem man das unterste Rohr nie herausbekommt.
Weniger geeignet ist das System für kurze Teile und Kleinkram. Die Arme tragen punktuell. Kurze Bretter oder Kartons kippen zwischen zwei Armen weg, wenn Sie keine Auflagen oder Böden einlegen. Mit Blechböden geht es zwar, dann zahlen Sie aber für ein Spezialregal und nutzen es wie ein Schwerlastregal. Wie sich die Regalsysteme insgesamt abgrenzen, zeigt unser Überblick Lagerregale und Lagertechnik: Systeme, Tragfähigkeit und Sicherheit im Überblick.
Einseitig oder doppelseitig
Einseitig, wenn das Regal an einer Wand oder Hallenseite steht und nur von vorne beladen wird. Doppelseitig, wenn es frei im Raum steht und Sie von beiden Seiten an die Ware kommen.
Ein doppelseitiger Ständer trägt Arme nach beiden Seiten und kommt mit einem Fuß aus, der in beide Richtungen ausgreift. Sie gewinnen also Lagerfläche, ohne die Stellfläche zu verdoppeln. Dafür brauchen Sie auf beiden Seiten eine Fahrgasse. In kleinen Hallen frisst die zweite Gasse den Vorteil oft wieder auf.
| Wenn … | dann … | worauf Sie achten |
|---|---|---|
| das Regal an einer Wand oder am Hallenrand steht | einseitig | Abstand zur Wand für Montage und Prüfung einplanen |
| hinter dem Regal ein Weg oder Arbeitsplatz liegt | einseitig mit Sicherung der Rückseite | nicht beschickte Seiten müssen gegen Herabfallen gesichert sein |
| das Regal frei im Raum steht und beide Seiten erreichbar sind | doppelseitig | zwei Fahrgassen; Anleitung prüfen, ob einseitige Beladung zulässig ist |
| Sie die Ware später um weitere Längen ergänzen | Anbaufelder statt Einzelfeld | ein einzelnes Grundfeld hat oft geringere Ständerlasten |
| das Regal draußen steht | feuerverzinkte Ausführung, ggf. mit Dach | Wind- und Schneelast müssen statisch nachgewiesen sein |
Den zweiten Punkt unterschätzen viele. Die DGUV Information 208-061 verlangt, dass Regalseiten, die nicht zum Be- und Entladen vorgesehen sind, gegen Herabfallen von Ladeeinheiten gesichert werden. Steht ein einseitiges Kragarmregal mitten in der Halle und hinten läuft ein Gang, gehört dort eine Rückwand oder ein Gitter hin.
Armlast und Ständerlast richtig lesen
Die Armlast ist das Höchstgewicht für einen einzelnen Arm, die Ständerlast das Höchstgewicht für alle Arme eines Ständers zusammen. Beide Grenzen gelten gleichzeitig.
Ein Beispiel aus einem realen Datenblatt: Die Montageanleitung des Kragarmregals KR3000 von Topregal nennt 500 kg je Kragarm und 1.500 kg je einseitigem Ständer, 3.000 kg beim doppelseitigen Ständer. Gleichzeitig schreibt sie, dass die Summe aller Armlasten die Ständerlast nicht überschreiten darf. Ein Ständer mit fünf Armen à 500 kg wäre rechnerisch bei 2.500 kg. Zulässig sind aber nur 1.500 kg. Wer jeden Arm voll ausnutzt, liegt also um 1.000 kg über der Grenze.
Ein zweiter Punkt steckt im Kleingedruckten. Dieselbe Anleitung gibt an, dass die Lastwerte für Regale mit mindestens zwei Feldern und zwei Fachebenen gelten. Steht nur ein einzelnes Grundfeld aus zwei Ständern, sinkt die Ständerlast um 30 %. Aus 1.500 kg werden dann 1.050 kg. Solche Abschläge finden Sie nur, wenn Sie die Anleitung wirklich lesen.
Wie breit das Spektrum ist, zeigt ein Blick auf andere Hersteller. Das System Kanti von Stow nennt Armlasten von 60 bis 1.000 kg, Armlängen von 400 bis 2.000 mm und Stützenhöhen bis 12 m. Eine Kragarmregal-Angabe ohne Bezug zu Armlänge und Ständerhöhe sagt deshalb wenig. Wie die Belastungsangaben bei Regalen generell zusammenhängen, erklären wir ausführlich im Ratgeber zum Palettenregal: Aufbau, Maße, Tragfähigkeit und Planung.
Rechenbeispiel: ein Rohrbündel, drei Lagen
Dasselbe Bündel kann je nach Lage auf den Armen zulässig oder überlastet sein. Entscheidend ist, wie weit es links und rechts übersteht und wie viele Arme es tatsächlich trägt.
Annahme: ein Bündel Stahlrohre, 6 m lang, 1.200 kg schwer, also 200 kg je Meter. Das Regal hat Ständer im Abstand von 1,5 m, die Arme tragen laut Schild 500 kg, der einseitige Ständer 1.500 kg. Wir rechnen das Bündel vereinfacht wie einen durchlaufenden, gleichmäßig steifen Träger. Für steife Stahlrohre ist das eine brauchbare Näherung, für Holz oder dünne Profile weniger.
| Lage des Bündels | tragende Arme | Last je Arm (gerundet) | Ergebnis bei 500 kg Armlast |
|---|---|---|---|
| mittig, je 0,75 m Überstand links und rechts | 4 (Abstand 1,5 m) | 315 / 285 / 285 / 315 kg | zulässig |
| bündig am ersten Arm, 1,5 m Überstand rechts | 4 (Abstand 1,5 m) | 110 / 390 / 90 / 610 kg | äußerer Arm 22 % überlastet |
| mittig, aber nur jeder zweite Ständer bestückt | 3 (Abstand 3,0 m) | 225 / 750 / 225 kg | mittlerer Arm 50 % überlastet |
Die erste Zeile ist der Normalfall, und sie zeigt etwas Überraschendes: Nicht die inneren Arme tragen am meisten, sondern die äußeren, weil der Überstand von 0,75 m zusätzlich auf sie hebelt. In der zweiten Zeile hat jemand das Bündel einfach an den ersten Arm geschoben. Gleiches Gewicht, gleiches Regal, aber der letzte Arm trägt jetzt 610 kg. In der dritten Zeile wurden Arme „eingespart“, weil das Bündel ja auch auf drei Armen liegt.
Jetzt der Ständer. Liegt in jeder Ebene ein solches Bündel mittig, trägt der äußere Ständer je Ebene rund 315 kg. Bei vier Ebenen sind das 1.260 kg und damit unter 1.500 kg. Eine fünfte Ebene bringt ihn auf 1.575 kg, also über die Grenze, obwohl kein einzelner Arm überlastet ist. Steht dasselbe Regal als einzelnes Grundfeld mit 30 % Abschlag, sind schon bei vier Ebenen die zulässigen 1.050 kg überschritten.
Für die Praxis heißt das: Legen Sie fest, wie lange Ware auf welche Ebene kommt, und markieren Sie am Regal die Mitte. Ein Farbstrich am Arm kostet nichts und verhindert die zweite Tabellenzeile.
Aus der Praxis
Ein häufiger Fehler: Das Regal wird für 6-m-Ware geplant, später kommt 3-m-Ware dazu. Die kurzen Bündel liegen dann nur auf zwei Armen, oft noch außermittig, und genau diese zwei Arme tragen das ganze Gewicht. Ein 900 kg schweres 3-m-Bündel bringt bei mittiger Lage 450 kg auf jeden Arm, das ist knapp an der Grenze von 500 kg. Rutscht es zur Seite, ist sie überschritten.
Vermeiden lässt sich das, indem Sie kurze Ware auf eigene Ebenen legen, dort das Gewicht je Bündel begrenzen und diese Grenze am Regal anschreiben. Wenn sich der Warenmix ändert, gehört das Belastungsschild auf den Prüfstand, nicht nur die Lagerplatzliste.
Aufbau, Verankerung und Hallenboden
Ein Kragarmregal wird im Boden verankert, und der Boden muss die Dübel halten. Herstelleranleitungen nennen dafür eine Mindestbetongüte, eine Mindestdicke und eine zulässige Schiefstellung.
Wieder als Beispiel die KR3000-Anleitung: Bolzenanker M16 × 120, Bohrlochtiefe mindestens 150 mm, Betongüte mindestens C20/25 bei mindestens 200 mm Bodendicke. Die Ständer müssen lotrecht stehen, zulässig ist eine Abweichung von höchstens 1/200 der Höhe. Bei einem 4 m hohen Ständer sind das 2 cm. Andere Hersteller verlangen andere Werte. Maßgeblich ist immer die Anleitung zu Ihrem Regal.
Prüfen Sie den Boden vor der Bestellung. In älteren Hallen und Anbauten liegt manchmal nur ein dünner Estrich auf Schotter. Dort halten die Anker nicht, und der Fuß kann bei einseitiger Beladung kippen. Ein Blick in die Baupläne oder eine Kernbohrung klärt das, bevor das Regal geliefert ist.
Aufstellen und Umbauen dürfen nach Abschnitt 5.2.1.1 der DGUV Information 208-061 nur Personen, die dafür besonders unterwiesen sind, und Umbauten nur im unbeladenen Zustand. Das betrifft auch das Versetzen einzelner Arme. Ein Arm, der eine Raste höher sitzt, verändert die Lastverteilung am Ständer, und die Werte auf dem Belastungsschild passen womöglich nicht mehr.
Kragarmregal im Freien: Dach, Verzinkung und Statik
Draußen funktioniert ein Kragarmregal gut, wenn Korrosionsschutz und Statik dafür ausgelegt sind. Ein Innenregal mit Pulverbeschichtung einfach auf den Hof zu stellen, reicht nicht.
Für den Außeneinsatz bieten die meisten Hersteller feuerverzinkte Ausführungen an. Feuerverzinken nach DIN EN ISO 1461 bedeutet bei Stahl über 6 mm Dicke eine durchschnittliche Zinkschicht von mindestens 85 µm, so das Arbeitsblatt des Instituts Feuerverzinken. Eine Pulverbeschichtung ist dünner und wird bei jedem Stapleranschlag beschädigt. An der Kerbe beginnt dann der Rost, genau an den Stellen, die ohnehin am stärksten belastet sind.
Ein Dach schützt Holz, Platten und lackierte Ware vor Regen. Es macht aus dem Regal aber eine Fläche, auf die Wind drückt und Schnee fällt. Der Hersteller Stow schreibt in seinem Datenblatt ausdrücklich, dass Wind- und Schneelasten im Außenbereich durch spezifische Berechnungen sicherzustellen sind. Fordern Sie diese Berechnung für Ihren Standort an, denn die Schneelast im Allgäu ist eine andere als am Niederrhein. Ob für ein überdachtes Außenregal zusätzlich eine Baugenehmigung nötig ist, regelt die Bauordnung Ihres Bundeslandes. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach, bevor das Fundament gegossen wird.
Zwei Kleinigkeiten machen draußen viel aus. Die Arme sollten so montiert oder ausgerüstet sein, dass Wasser abläuft und nicht unter dem Lagergut steht. Und Langgut, das draußen liegt, sollte gegen Verrutschen bei Sturm gesichert sein, zum Beispiel mit Abrollsicherungen und Spanngurten.
Sicherheit im Betrieb
Pflicht sind ein Anfahrschutz am Fußsockel, ein Belastungsschild, Abrollsicherungen an den Armenden sowie regelmäßige Sichtkontrollen und eine mindestens jährliche Inspektion durch eine befähigte Person.
Beim Anfahrschutz ist die Auskunft der Arbeitsschutzexperten von KomNet NRW eindeutig: Kragarmregale, die mit Stapler beladen werden, brauchen einen Anfahrschutz. Geschützt wird der Fußsockel, weil er meist so weit vorsteht wie die Arme. Ragt Ihr Lagergut seitlich über den Sockel hinaus, muss der Anfahrschutz gegebenenfalls um dieses Maß nach vorn versetzt werden. Gleichzeitig darf Langgut nach DGUV Information 208-061 nicht in Verkehrswege hineinragen. Ein 6-m-Rohr, das am Gangende 40 cm in die Fahrgasse ragt, ist also nicht nur ärgerlich, sondern unzulässig.
Die Abrollsicherung ist ein Anschlag am vorderen Ende des Arms, der verhindert, dass Rohre oder Rundholz herunterrollen. Bei vielen Herstellern ist sie Standard, manchmal wird sie aber bei der Montage weggelassen, weil sie beim Beladen stört. Ohne sie kann ein Rohr bei einem leichten Stoß vom Arm rollen.
Für die Prüfung gelten dieselben Grundsätze wie für andere Regale: wöchentliche Sichtkontrolle durch eingewiesene Mitarbeiter und mindestens alle zwölf Monate eine Inspektion durch eine befähigte Person. Eine Besonderheit gibt es: Für Kragarmregale nennt die DIN EN 15635 keine Grenzwerte für Verformungen, wie es sie für Palettenregale gibt. Jeder Schaden, der die Sicherheit beeinträchtigen kann, wird deshalb behoben. Wie Sie die Prüfung organisieren, steht im Ratgeber Regalprüfung nach DIN EN 15635: Pflicht, Intervalle und Ablauf. Wer das Regal mit dem Stapler bedient, braucht die passende Ausbildung, mehr dazu unter Staplerschein: Wer ihn braucht, wie die Ausbildung abläuft und was sie kostet.
Kragarmregal selber bauen: was geht und wo die Grenze liegt
Für die private Garage oder Hobbywerkstatt ist ein selbst gebautes Kragarmregal machbar. Im Betrieb fehlen dem Eigenbau fast immer die Belastungsangaben, die für Betrieb und Prüfung nötig sind.
Privat bauen viele ihr Holzlager aus Kanthölzern oder Stahlrohren mit eingeschraubten Armen. Das funktioniert, wenn Sie einige Regeln einhalten. Befestigen Sie die Ständer an einer tragfähigen Wand oder am Boden, nicht nur an Gipskarton. Wählen Sie den Armabstand so, dass Ihr kürzestes Lagergut immer auf mindestens drei Armen liegt. Neigen Sie die Arme leicht nach hinten oder setzen Sie vorne einen Anschlag, damit nichts herausrollt. Und legen Sie das schwerste Material nach unten. Was Kanthölzer oder eingeschraubte Konsolen tatsächlich tragen, wissen Sie beim Eigenbau nicht genau. Rechnen Sie daher mit großen Reserven.
Im Betrieb sieht es anders aus. Die DGUV Information 208-061 knüpft die zulässige Belastung an die Vorgaben des Herstellers. Beim Eigenbau sind Sie selbst der Hersteller. Ohne statischen Nachweis gibt es keine belastbare Arm- oder Ständerlast, ohne diese Zahlen kein Belastungsschild, und die befähigte Person hat bei der Inspektion keinen Maßstab. Kommt es zu einem Unfall, stellt die Berufsgenossenschaft genau diese Fragen. Ein Eigenbau kann also nur mit einer Tragwerksberechnung durch einen Statiker gewerblich genutzt werden. Das kostet meist mehr als ein gebrauchtes Herstellerregal mit Dokumentation.
Ein guter Mittelweg für kleine Betriebe sind gebrauchte Kragarmregale vom Händler oder aus Betriebsauflösungen. Achten Sie dabei darauf, dass Typenschild oder Herstellerdokumentation vorhanden sind. Ohne diese Unterlagen haben Sie dasselbe Problem wie beim Eigenbau.
Unsere Einschätzung
Wer regelmäßig Langgut über 3 m lagert, sollte ein Kragarmregal eines Herstellers mit vollständigem Datenblatt kaufen und es von Anfang an mit Anbaufeldern statt als Einzelfeld planen. Rechnen Sie die Ständerlast für Ihren tatsächlichen Warenmix nach, nicht nur die Armlast. Für draußen nehmen Sie nur feuerverzinkte Ausführungen mit Statik für Ihren Standort.
Nicht lohnen wird sich ein Kragarmregal, wenn Ihr Langgut nur einen kleinen Teil des Bestands ausmacht. Ein paar Rohre und Leisten lassen sich auch in einem senkrechten Langgutständer oder auf einer Ebene im vorhandenen Regal unterbringen. Den Eigenbau empfehlen wir nur für den privaten Bereich.
Häufige Fragen zum Kragarmregal
Die Fragen, die bei Planung und Betrieb von Kragarmregalen am häufigsten auftauchen, kurz beantwortet.
Wie viel trägt ein Kragarmregal?
Das hängt vom Modell ab. Leichte Systeme beginnen bei Armlasten um 60 kg, schwere gehen bis 1.000 kg und mehr je Arm. Entscheidend ist neben der Armlast die Ständerlast, also das Gesamtgewicht aller Arme an einem Ständer. Beide stehen auf dem Belastungsschild.
Wie viele Arme braucht mein Lagergut?
Mindestens so viele, dass das kürzeste Lagergut sicher auf drei Armen liegt und nicht zwischen zwei Armen durchhängt. Bei biegeweichem Material wie dünnen Profilen oder Holzleisten sollten die Ständer enger stehen als bei steifen Stahlrohren.
Braucht ein Kragarmregal einen Anfahrschutz?
Ja, wenn es mit Flurförderzeugen bedient wird. Geschützt wird der Fußsockel. Ragt das Lagergut weiter vor als der Sockel, muss der Anfahrschutz entsprechend versetzt werden.
Darf ich die Arme selbst umhängen?
Nur wenn Sie dafür unterwiesen sind und das Regal an dieser Stelle leer ist. Prüfen Sie danach, ob Belastungsschild und Anleitung für die neue Armanordnung noch gelten. Im Zweifel fragen Sie den Hersteller.
Kann ich ein Kragarmregal für Innen auch draußen nutzen?
Davon raten wir ab. Pulverbeschichtete Innenregale rosten an jeder Beschädigung, und die Statik ist nicht für Wind und Schnee ausgelegt. Für den Außenbereich gibt es feuerverzinkte Ausführungen mit passender Berechnung.
Quellen
Alle Zahlen in diesem Ratgeber stammen aus diesen Unterlagen. Herstellerwerte sind Beispiele und gelten nur für das jeweilige Modell.
- DGUV Information 208-061 „Lagereinrichtungen und Ladungsträger“, Abschnitt 5 Betrieb (BGN Branchenwissen), abgerufen am 15.10.2026
- KomNet NRW, Dialog 43285: Anfahrschutz an Kragarmregalen, Stand 27.08.2024
- KomNet NRW, Dialog 17917: Sicherung nicht beschickter Regalseiten, Stand 15.12.2025
- Topregal, Montageanleitung Kragarmregal KR3000 (Arm- und Ständerlasten, Verankerung, Prüfung), Stand 26.11.2018
- Stow, Produktinformation Kragarmregal Kanti (Armlasten, Armlängen, Außeneinsatz), Stand 07/2024
- Institut Feuerverzinken, Arbeitsblatt F2: DIN EN ISO 1461, Stand 08/2025
Dieser Ratgeber ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung oder Prüfung durch eine befähigte Person. Die Lastwerte im Rechenbeispiel sind eine vereinfachte Näherung; maßgeblich sind immer Belastungsschild und Anleitung Ihres Regals.