Als Hochregal oder Hochregallager gilt in der Fachsprache ein Regallager, in dem die Ware höher als 7,5 m gelagert wird. Die Grenze kommt nicht von ungefähr: Ab dieser Lagerguthöhe verlangt das Baurecht in der Regel eine selbsttätige Feuerlöschanlage, und ab hier ändern sich Bediengeräte, Bodenanforderungen und Prüfaufwand spürbar.
Ein Hochregal lohnt sich, wenn Ihre Grundfläche knapp und teuer ist, die Halle die nötige lichte Höhe hat und genug gleichartige Ladeeinheiten durchlaufen, um Spezialtechnik auszulasten. Wer nur ein paar hundert Paletten mit wechselnden Formaten lagert, fährt mit einem normalen Palettenregal unter 7,5 m fast immer günstiger.
Kurz zusammengefasst
- Hochregallager beginnen bei 7,5 m Lagerguthöhe, gemessen an der Oberkante der Ware. Die höchsten Anlagen erreichen rund 50 m.
- Über 7,5 m Lagerguthöhe fordert die Industriebaurichtlinie eine selbsttätige Feuerlöschanlage, meist eine Sprinkleranlage.
- Bis etwa 12 m arbeiten Schmalgangstapler mit Fahrer unten, bis etwa 18 m mit mitfahrendem Fahrer, darüber fast nur automatische Regalbediengeräte.
- Sobald neben dem Stapler keine 0,5 m Sicherheitsabstand mehr bleiben, gilt der Gang als Schmalgang, und Fußgänger müssen technisch ausgesperrt werden.
- Der Hallenboden entscheidet mit: Wenige Millimeter Welligkeit werden bei 14 m Hubhöhe zu Zentimetern Auslenkung am Mast.
Ab wann man von einem Hochregal spricht
Maßgeblich ist die Lagerguthöhe, also die Oberkante der obersten eingelagerten Ware, nicht die Höhe der Regalständer. Liegt sie über 7,5 m, spricht man von einem Hochregallager.
In der Praxis wird der Begriff lockerer verwendet. Händler nennen schon ein 5 m hohes Palettenregal „Hochregal“, und in Kleinanzeigen taucht das Wort für fast jedes Schwerlastregal auf. Für Ihre Planung zählt aber die technische Grenze, weil an ihr Brandschutz und Genehmigung hängen. Ein Regal mit 8 m hohen Ständern, dessen oberste Palette bei 7,2 m endet, ist baurechtlich noch kein Hochregallager. Stellen Sie später eine höhere Ladeeinheit oben drauf, kann es eines werden.
Nach oben reicht die Spanne weit: Laut Wikipedia liegt die Maximalhöhe derzeit bei etwa 50 m. Die Kapazität reicht von wenigen tausend bis zu mehreren hunderttausend Palettenstellplätzen.
Zwei Bauweisen: Regal in der Halle oder Regal als Halle
Entweder stellen Sie das Regal in ein bestehendes Gebäude, oder das Regal trägt selbst Dach und Fassade. Die zweite Variante heißt Silobauweise und ist bei sehr hohen, meist automatischen Lagern üblich.
Beim Einbau in eine Halle (oft auch eingestellte Bauweise genannt) bestimmt die lichte Hallenhöhe, wie hoch Sie lagern können. Abzuziehen sind Unterzüge, Leuchten, Heizstrahler, Sprinklerleitungen und der Freiraum, den das Sprinklerkonzept über der Ware verlangt. In vielen Bestandshallen mit 8 bis 10 m Traufhöhe bleiben am Ende 7 bis 8 m nutzbare Lagerguthöhe übrig. Rechnen Sie das durch, bevor Sie Regale anfragen.
In Silobauweise ist das Regal Teil des Tragwerks. Wind- und Schneelasten laufen über die Regalständer in die Bodenplatte. Das Regal wird dann zusammen mit dem Gebäude geplant, statisch nachgewiesen und genehmigt. Für Silobauweise entscheidet man sich meist bei Höhen jenseits von 20 m und bei vollautomatischem Betrieb. Gebaut wird überwiegend in Stahl, in Europa gibt es aber auch einige Hochregallager aus Holz, das höchste davon mit 30 m in Kleinheubach.
| Merkmal | Regal in bestehender Halle | Silobauweise |
|---|---|---|
| Typische Lagerguthöhe | 7,5 bis rund 18 m, begrenzt durch die Halle | oft 20 m und mehr, bis etwa 50 m |
| Bediengerät | Schmalgangstapler, teils Regalbediengerät | fast immer automatisches Regalbediengerät |
| Statik | Regal trägt nur Ware und Eigengewicht | Regal trägt zusätzlich Dach, Fassade, Wind und Schnee |
| Spätere Änderungen | Umbau, Erweiterung oder Rückbau möglich | praktisch nicht ohne Eingriff ins Gebäude |
| Passt zu | Mittelstand, Bestandsimmobilie, gemischte Sortimente | Neubau, hoher Durchsatz, einheitliche Ladeeinheiten |
Welche Höhe zu welchem Bediengerät passt
Die Lagerhöhe bestimmt das Gerät, und das Gerät bestimmt die Gangbreite. Ein Frontstapler braucht viel Platz zum Wenden, ein Schmalgangstapler fährt geführt in einem Gang, der kaum breiter ist als die Palette.
Die folgende Übersicht bündelt Richtwerte aus der Fachpresse. Für Ihre Anlage zählen die Datenblätter der Gerätehersteller, denn Resttragfähigkeit in großer Höhe, Mastbauart und Ladeeinheit verschieben die Werte deutlich.
| Lagerart | Übliche Lagerhöhe | Gangbreite (Richtwert) | Gerät |
|---|---|---|---|
| Breitganglager | 6 bis 8 m | 3,50 bis 4,50 m | Front- oder Schubmaststapler |
| Schmalganglager, Fahrer unten (Man-Down) | bis etwa 12 m | 1,50 bis 1,80 m | Schmalgangstapler, leitliniengeführt |
| Schmalganglager, Fahrer fährt mit (Man-Up) | bis etwa 18 m | 1,50 bis 1,80 m | Kommissionier- oder Hochregalstapler |
| Automatisches Hochregallager | 12 bis 45 m | 1,40 bis 1,60 m | schienengeführtes Regalbediengerät |
Richtwerte nach industrie-fachwissen.de (Stand 12.04.2026); verbindlich sind die Herstellerangaben für das konkrete Gerät.
Der Platzgewinn kommt vor allem aus den schmalen Gängen. Gegenüber einem Breitganglager steigt die Lagerkapazität auf gleicher Fläche nach denselben Richtwerten um 40 bis 50 Prozent. Das gilt aber nur, wenn das Sortiment zum geführten Betrieb passt. Ein Schubmaststapler, der nebenbei noch den Wareneingang bedient, kommt in einen Schmalgang nicht hinein und kann darin nicht wenden. Wie sich Schubmaststapler im klassischen Breitgang schlagen, lesen Sie im Beitrag Schubmaststapler für Lagerlogistik im Vergleich.
Rechenbeispiel: Die fünfte Ebene entscheidet über den Sprinkler
Bei Europaletten mit 1,40 m Ladungshöhe überschreitet meist schon die fünfte Ebene die Grenze von 7,5 m. Wer vier Ebenen plant, bleibt in der Regel darunter, wer fünf plant, braucht ein Löschanlagenkonzept.
Nehmen wir eine typische Ladeeinheit an: Europalette 0,144 m hoch, Ware darauf, zusammen 1,40 m. Dazu kommen rund 0,10 m Freimaß über der Ladung zum Ein- und Auslagern und etwa 0,15 m Bauhöhe der Traverse. Daraus ergibt sich ein Ebenenraster von 1,65 m. Die erste Palette steht am Boden.
| Ebene | Oberkante Traverse | Oberkante Lagergut | Über 7,5 m? |
|---|---|---|---|
| 1 (Boden) | 0 m | 1,40 m | nein |
| 2 | 1,65 m | 3,05 m | nein |
| 3 | 3,30 m | 4,70 m | nein |
| 4 | 4,95 m | 6,35 m | nein |
| 5 | 6,60 m | 8,00 m | ja |
| 6 | 8,25 m | 9,65 m | ja |
Die fünfte Ebene bringt 25 Prozent mehr Stellplätze als vier Ebenen. Sie zieht aber eine Sprinkleranlage nach sich, häufig mit Regalsprinklern zwischen den Ebenen, dazu einen Stapler mit über 6,60 m Hubhöhe. Bei 1,20 m hohen Ladeeinheiten verschiebt sich das Bild: Das Raster schrumpft auf 1,45 m, und die fünfte Ebene endet bei 7,00 m Oberkante Lagergut. Deshalb lohnt es sich, vor der Regalplanung die tatsächlichen Ladungshöhen aus dem Warenwirtschaftssystem zu ziehen, statt pauschal mit Maximalhöhen zu rechnen.
Ein zweiter Wert gehört in dieselbe Rechnung: die erlaubte Schiefstellung. Die DGUV Information 208-043 „Sicherheit von Regalen“ setzt die Grenze bei 0,5 Prozent der Höhe an, also 1/200. Bei einem 10 m hohen Ständer sind das 50 mm. Diese Toleranz frisst Freimaß, das Sie beim Ebenenraster und bei den Abständen zum Nachbarfach mit einplanen müssen. Wie Ebenen, Traversen und Abstände beim normalen Palettenregal funktionieren, steht im Ratgeber Palettenregal: Aufbau, Maße, Tragfähigkeit und Planung.
Brandschutz: Was über 7,5 m Lagerguthöhe verlangt wird
Über 7,5 m Lagerguthöhe müssen nach der Industriebaurichtlinie selbsttätige Feuerlöschanlagen eingeplant werden. Wie die Anlage aussieht, legt das Brandschutzkonzept fest, meist abgestimmt mit dem Sachversicherer.
Die Regel steht in Abschnitt 6 der Muster-Industriebaurichtlinie und in den Fassungen, die die Länder eingeführt haben. Die Erläuterungen des Kreises Soest zur nordrhein-westfälischen Fassung formulieren es knapp: Bei Lagerguthöhen von mehr als 7,50 m (Oberkante Lagergut) müssen selbsttätige Feuerlöschanlagen eingeplant werden. Für Anlagen ab etwa 9 m verweist die Fachliteratur zusätzlich auf die VDI 3564 „Brandschutz: Empfehlungen für Hochregalanlagen“, die auch Rauchabzug behandelt.
Praktisch heißt das: Deckensprinkler allein reichen bei hohen Regalen oft nicht, weil das Löschwasser die unteren Ebenen nicht erreicht. Dann kommen Regalsprinkler in die Regalebenen. Die Leitungen brauchen Platz, die Sprinklerköpfe brauchen Freiraum über der Ware, und beides geht von Ihrer Lagerhöhe ab. Klären Sie das Sprinklerkonzept deshalb vor der Regalbestellung, nicht danach. Auch Fluchtwege und Feuerwehrzufahrten hängen am Brandschutzkonzept und lassen sich nachträglich schwer ändern.
Schmalgang: Wann Fußgänger draußen bleiben müssen
Bleiben neben dem Fahrzeug nicht beidseitig mindestens 0,5 m Sicherheitsabstand, dürfen Regal- und Kommissionierstapler dort nur fahren, wenn Fußgänger durch bauliche oder technische Maßnahmen ausgesperrt sind.
Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.8 rechnet bei Fahrwegen ohne Fußgänger mit 0,50 m Randzuschlag je Seite, bei gemischtem Verkehr mit 0,75 m. Im Schmalgang wird das bewusst unterschritten. Dann gelten die Schmalgang-Bestimmungen der DGUV Vorschrift 68. Deren § 28 fordert, dass dem gleichzeitigen Aufenthalt von Fußgängern im Schmalgang entgegengewirkt wird, und zwar auch durch die äußeren Regalzeilen hindurch. Als Fußgänger gelten ausdrücklich auch Fahrer von Mitgänger-Flurförderzeugen. Wie das technisch umgesetzt wird, regelt für leitliniengeführte Geräte die DIN 15185-2 mit Personenschutzanlagen, etwa Lichtschranken an den Gangeinfahrten oder Sensorik am Fahrzeug.
Für Ihren Betrieb bedeutet das ganz konkret: Der Kollege mit dem Handhubwagen, der „nur schnell“ eine Palette aus dem Schmalgang holt, ist nicht vorgesehen. Planen Sie Übergabeplätze an den Gangenden ein, an denen der Schmalgangstapler abstellt und der übrige Verkehr übernimmt. Reine Fußgängerwege zwischen Lagereinrichtungen müssen nach ASR A1.8 mindestens 1,25 m breit sein.
Boden, Statik und Schutzeinrichtungen
Ein Hochregal stellt höhere Anforderungen an Boden und Regal als ein normales Palettenregal: ebener, tragfähiger Boden, Verankerung, Anfahrschutz und Sicherungen gegen herabfallende Ladung sind Pflicht.
Boden. Die Aufstellfläche muss Eigengewicht und Nutzlast sicher aufnehmen. Bei Schmalgangstaplern kommt die Ebenheit dazu. Eine Bodenwelle von wenigen Millimetern wird bei 14 m Hubhöhe zu mehreren Zentimetern Auslenkung oben am Mast. Für leitliniengeführte Flurförderzeuge definiert die DIN 15185 Anforderungen an Längs- und Querneigung des Bodens. Ein normaler Industrieboden, der für Frontstapler ausreicht, erfüllt das oft nicht. Lassen Sie den Boden in den künftigen Fahrspuren vermessen, bevor Sie sich auf ein Schmalgangkonzept festlegen. Nachträgliches Schleifen oder Neugießen kostet mehr als jede Regaloptimierung.
Anfahrschutz. Regale, die mit frei fahrenden Staplern bedient werden, brauchen an den Eckständern zur Fahrgasse einen Anfahrschutz. Die DGUV Information 208-061 fordert mindestens 0,3 m Höhe und eine Energieaufnahme von mindestens 400 J. Bei leitliniengeführten Schmalgangstaplern ist das Anfahrrisiko im Gang geringer, an den Gangeinfahrten und Übergabeplätzen aber nicht.
Sicherung gegen herabfallende Ladung. An Seiten, von denen nicht beladen wird, müssen Ladeeinheiten gegen Herabfallen gesichert sein, ebenso Bereiche über Durchgängen. Die inzwischen zurückgezogene DGUV Regel 108-007 nannte dafür konkrete Werte: bei Palettenlagerung auch an den obersten Ablagen mindestens 0,5 m Sicherungshöhe, bei Doppelregalen, die von beiden Seiten mit Staplern beladen werden, eine Durchschiebesicherung bis mindestens 150 mm Höhe. Maßgeblich sind heute die DGUV Information 208-061 und die Planungsunterlagen des Herstellers, als Orientierung taugen die alten Werte weiter. In hohen Regalen ist das kein Detail: Eine Palette, die aus 9 m Höhe in den Nachbargang fällt, trifft dort möglicherweise einen Menschen.
Kennzeichnung. Am Regal gehört ein dauerhaftes Belastungsschild mit Hersteller, Typ, Baujahr oder Kommissionsnummer und den zulässigen Fach- und Feldlasten. Bei einem Hochregal mit sechs Ebenen ist die Feldlast fast immer kleiner als die Summe der Fachlasten. Wer das Schild nicht lesen kann, belädt die oberen Ebenen voll und überlastet die Stützen unten.
Aus der Praxis
Ein häufiger Fehler: Der Betrieb kauft ein gebrauchtes Hochregal nach Ständerhöhe, stellt es in die vorhandene Halle und merkt erst bei der Abnahme, dass die oberste Ebene über 7,5 m Lagerguthöhe liegt. Dann fehlt die Sprinkleranlage, die Versicherung macht Auflagen, und die obere Ebene bleibt bis auf Weiteres leer.
Vermeiden lässt sich das mit einer einfachen Reihenfolge: zuerst Ladungshöhen und lichte Hallenhöhe erfassen, dann mit Brandschutzplaner und Versicherer die zulässige Lagerguthöhe klären, erst danach Regal und Stapler auslegen. Bei gebrauchten Regalen gehören außerdem Typenstatik und Aufbauanleitung des Herstellers dazu, sonst kann niemand die Tragfähigkeit verbindlich bestätigen.
Prüfung und laufender Betrieb
Hochregale prüfen Sie wie jedes Lagerregal: mindestens jährlich durch eine befähigte Person, dazu regelmäßige Sichtkontrollen durch eigene Mitarbeiter. Bei großen Höhen wird die Prüfung aufwendiger, weil Schäden oben schwerer zu sehen sind.
Anfahrschäden entstehen meist unten, ihre Folgen tragen aber alle Ebenen darüber. Ein verbeulter Ständerfuß in einem 12 m hohen Regal ist kritischer als derselbe Schaden in einem 4 m hohen. Legen Sie fest, wer Schäden meldet, wer ein Feld sperren darf und wie schnell repariert wird. Ablauf, Fristen und das Ampelschema für Schadensstufen beschreibt der Ratgeber Regalprüfung nach DIN EN 15635: Pflicht, Intervalle und Ablauf.
Für die Fahrer gilt: Schmalgang- und Hochregalstapler dürfen nur ausgebildete und schriftlich beauftragte Personen fahren. Zusätzlich zur allgemeinen Staplerausbildung braucht es eine gerätespezifische Einweisung, weil Fahrverhalten, Leitlinienführung und Personenschutzanlage anders funktionieren als beim Frontstapler. Was die Ausbildung umfasst, erklärt der Beitrag Staplerschein: Wer ihn braucht, wie die Ausbildung abläuft und was sie kostet.
Wann sich ein Hochregal lohnt und wann nicht
Ein Hochregal rechnet sich, wenn Fläche teuer ist, viele gleichartige Paletten umgeschlagen werden und die Halle hoch genug ist. Bei kleinen, wechselnden Beständen oder niedriger Halle ist ein normales Palettenregal die bessere Wahl.
| Wenn … | … dann |
|---|---|
| die lichte Hallenhöhe nach Abzug von Einbauten unter 8 m liegt | bleiben Sie unter 7,5 m Lagerguthöhe und optimieren Sie Gänge und Ebenenraster. |
| Sie in einer gemieteten Halle ohne Sprinkler sitzen | ist ein Hochregal meist nicht realistisch, weil Löschanlage und Bodenertüchtigung am Gebäude hängen. |
| wenige Artikel in großen Mengen gelagert werden | prüfen Sie zuerst Block- oder Durchlaufregale, die ohne große Höhe viel Dichte bringen. |
| viele Artikel mit Einzelzugriff bei knapper Fläche anfallen | ist ein Schmalgang-Hochregal mit Man-Up-Stapler ein starker Kandidat. |
| Sie einen Neubau mit hohem, gleichmäßigem Durchsatz planen | lohnt der Vergleich mit einem automatischen Lager, gegebenenfalls in Silobauweise. |
| Ihre Ladeeinheiten in Größe und Gewicht stark schwanken | wird jedes Hochregal unwirtschaftlich, weil die Fächer nach dem größten Teil ausgelegt werden müssen. |
Unsere Einschätzung
Für die meisten mittelständischen Betriebe ist das wirtschaftliche Optimum ein Palettenregal knapp unter 7,5 m Lagerguthöhe, sauber geplant mit realen Ladungshöhen. Den Schritt ins Hochregal sollten Sie gehen, wenn Erweiterung in die Fläche nicht möglich ist und genug Durchsatz da ist, um Sprinkler, Bodenertüchtigung und Schmalgangtechnik auszulasten.
Wer zu diesem Schritt bereit ist, sollte ihn konsequent gehen: Schmalgang mit Personenschutz, geprüfter Boden, Sprinkler nach Konzept. Halbe Lösungen, etwa ein 9 m hohes Regal mit Frontstapler im Breitgang, verschenken Fläche und erhöhen das Risiko, ohne den Vorteil der Höhe auszuschöpfen.
Häufige Fragen zum Hochregal
Ab welcher Höhe ist ein Lager ein Hochregallager?
Ab einer Lagerguthöhe von 7,5 m. Gemessen wird an der Oberkante der obersten Ware, nicht an der Oberkante der Regalständer.
Braucht ein Hochregal eine Sprinkleranlage?
Über 7,5 m Lagerguthöhe verlangt die Industriebaurichtlinie selbsttätige Feuerlöschanlagen. Welche Anlage es wird, ob Decken- oder zusätzliche Regalsprinkler, legt das Brandschutzkonzept fest. Sprechen Sie früh mit Ihrem Sachversicherer, weil dessen Anforderungen oft darüber hinausgehen.
Wie breit muss ein Gang im Hochregallager sein?
Das hängt vom Gerät ab. Breitganglager mit Frontstapler kommen auf etwa 3,50 bis 4,50 m, Schmalganglager mit geführten Staplern auf etwa 1,50 bis 1,80 m. Verbindlich ist das Datenblatt des Staplers mit Ihrer Ladeeinheit.
Darf ich mit einem normalen Gabelstapler in den Schmalgang fahren?
Nein. Ein Frontstapler kann im Schmalgang weder wenden noch die nötigen Abstände halten. Schmalgänge sind für leitliniengeführte Regal- und Kommissionierstapler mit Personenschutz ausgelegt, und Fußgänger haben dort keinen Zutritt.
Kann ich ein bestehendes Palettenregal einfach höher bauen?
Nur nach Freigabe durch den Hersteller oder einen Statiker. Höhere Ständer verändern Knicklänge, Standsicherheit und Fachlasten. Liegt die neue Lagerguthöhe über 7,5 m, kommen Brandschutzanforderungen hinzu.
Wie oft muss ein Hochregal geprüft werden?
Mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person, dazwischen regelmäßig per Sichtkontrolle durch eingewiesene Mitarbeiter. Nach Anfahrschäden prüfen Sie sofort und sperren betroffene Felder bis zur Reparatur.
Einen Überblick über alle Regalsysteme und ihre Einsatzbereiche finden Sie im Ratgeber Lagerregale und Lagertechnik: Systeme, Tragfähigkeit und Sicherheit im Überblick.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung oder Prüfung durch eine befähigte Person.
Quellen
- DGUV Information 208-061 „Lagereinrichtungen und Ladungsträger“, Ausgabe November 2023, aktualisierte Fassung Juli 2024, abgerufen 23.10.2026
- DGUV Information 208-043 „Sicherheit von Regalen“, Ausgabe Juni 2020, abgerufen 23.10.2026
- BAuA: ASR A1.8 Verkehrswege, Ausgabe März 2022, abgerufen 23.10.2026
- DGUV Regel 108-007 „Lagereinrichtungen und -geräte“ (zurückgezogen), Nachdruckfassung September 2006, Abschnitt 4.2.4, abgerufen 23.10.2026
- DGUV Vorschrift 68 „Flurförderzeuge“, § 28 Zugangssicherung an Schmalgängen (BGN Branchenwissen), abgerufen 23.10.2026
- Kreis Soest: Industriebaurichtlinie, Erläuterungen (NRW, Runderlass vom 28.05.2001), abgerufen 23.10.2026
- industrie-fachwissen.de: Brandschutz im Regallager (Lagerguthöhe, Sprinkler, VDI 3564), Stand 25.07.2026, abgerufen 23.10.2026
- industrie-fachwissen.de: Schmalganglager planen (Gangbreiten, Hubhöhen, DIN 15185), Stand 12.04.2026, abgerufen 23.10.2026
- Wikipedia: Hochregallager, abgerufen 23.10.2026