Eurobox: Maße, Normen und Varianten

Eine Eurobox (auch Eurobehälter oder Euronormbehälter) ist ein stapelbarer Kunststoffbehälter, dessen Grundfläche dem Modul 600 × 400 mm folgt und damit die Europalette lückenlos füllt. Die Standard-Eurobox misst außen 600 × 400 mm, also 60 × 40 cm. Davon leiten sich die anderen Grundmaße ab: 800 × 600, 400 × 300 und 300 × 200 mm. Auf eine Europalette passen je Lage genau 4, 2, 8 oder 16 Boxen. Genormt ist dabei nur das Raster der Grundfläche. Innenmaß, Höhe, Tragfähigkeit und Stapellast legt jeder Hersteller selbst fest.

Wer nur „600 × 400“ bestellt und den Werkzeugschaum nach dem Innenmaß des alten Lieferanten zuschneidet, dem fehlen beim Wechsel schnell 2 cm.

Kurz zusammengefasst

  • Bei den ausgewerteten 600 × 400er-Euroboxen liegt das Innenmaß zwischen 550 und 570 mm in der Länge und zwischen 353 und 370 mm in der Breite, beim VDA-RL-KLT bei 544 × 359 mm.
  • Die Höhen sind frei: Die ausgewerteten Datenblätter reichen von 75 bis 420 mm (mit Scharnierdeckel 435 mm). VDA-Kleinladungsträger arbeiten dagegen mit festen Höhen von 147,5, 213 und 280 mm.
  • Tragfähigkeit (Inhalt einer Box) und Stapellast (Gewicht, das auf der untersten Box lasten darf) sind zwei verschiedene Werte. In den Datenblättern, die Lastwerte nennen (Transoplast, Rotom), sind es 25 bis 40 kg Inhalt und 250 kg Stapellast.
  • Ein Stapel darf nach DGUV Information 208-061 höchstens sechsmal so hoch sein wie seine Schmalseite und muss zusätzlich standsicher sein. Frei stehende Säulen aus Kunststoffboxen schaffen diesen Nachweis nur bei sehr niedrigen, vollen Stapeln, leere Säulen gar nicht.

Welche Maße hat eine Eurobox?

Eurobox-Maße werden als Länge × Breite × Höhe angegeben, gemessen außen. Die vier Standard-Grundflächen sind 300 × 200, 400 × 300, 600 × 400 und 800 × 600 mm (30 × 20, 40 × 30, 60 × 40 und 80 × 60 cm). Die Höhe hängt vom Modell ab. Mit „halber Eurobox“ meinen Händler meist das Format 400 × 300 mm, manche aber auch eine halbhohe 600 × 400er-Box; prüfen Sie deshalb immer die Millimeterangabe.

Die vier Formate sind Teile oder Vielfache derselben Grundfläche. Zwei 300 × 200er-Boxen nebeneinander ergeben eine Fläche von 400 × 300 mm, zwei 400 × 300er eine 600 × 400er, zwei 600 × 400er eine 800 × 600er. Deshalb lassen sich kleinere Boxen sauber auf größere stapeln, solange die Stapelränder der Hersteller zusammenpassen.

Grundmaß außen (L × B) Anteil an der Europalette Boxen je Lage auf der Europalette Typischer Einsatz
800 × 600 mm 1/2 2 Sperrige, leichte Teile; Behälter auf Rollcontainern
600 × 400 mm 1/4 4 Standardbox für Lager, Werkstatt, Kommissionierung
400 × 300 mm 1/8 8 Kleinteile, Montageplatz, Fachbodenregal mit 400 mm Tiefe
300 × 200 mm 1/16 16 Schrauben, Normteile, Ersatzteilsortimente

Einige Hersteller führen weitere Formate, Transoplast zum Beispiel 200 × 150, 400 × 400, 800 × 400, 1.000 × 400 und 1.200 × 400 mm. Diese Sondergrößen bauen deutlich weniger Anbieter. Möchten Sie später nachkaufen oder den Lieferanten wechseln können, bleiben Sie bei den vier Standardmaßen.

Grafik: Belegung einer Europalette mit 2 Euroboxen 800 × 600 mm, 4 Euroboxen 600 × 400 mm, 8 Euroboxen 400 × 300 mm oder 16 Euroboxen 300 × 200 mm je Lage
So füllen die vier Standard-Grundmaße eine Europalette mit 1.200 × 800 mm. Eigene Darstellung.

Warum ist die Eurobox 600 × 400 mm groß?

Das Maß 600 × 400 mm ist eines der Grundmodule für Transportverpackungen nach ISO 3394 und genau ein Viertel der Europalette mit 1.200 × 800 mm. Die Norm nennt daneben die Module 600 × 500 und 550 × 366 mm, die zu anderen Palettengrößen passen.

Der Begriff „Euronorm“, den Händler gern verwenden, ist dabei kein Normtitel. Eine Norm, die eine „Eurobox“ mit Innenmaß, Höhe und Lastwerten festlegt, gibt es nicht. Gemeint ist schlicht: Die Grundfläche folgt dem 600 × 400er-Raster und damit der Europalette (1.200 × 800 × 144 mm laut EPAL). Alles andere, von der Wandstärke bis zum Griff, ist Herstellersache.

Das Raster sorgt dafür, dass Boxen verschiedener Hersteller auf derselben Palette, demselben Rollwagen und im selben Regalfach Platz finden. Ob die Boxen aufeinander stapelbar sind oder der Deckel des einen Herstellers auf die Box des anderen passt, regelt es nicht.

Auf der Industriepalette mit 1.200 × 1.000 mm geht das Raster nur im gemischten Muster auf. Fünf 600 × 400er-Boxen passen je Lage, wenn eine Reihe aus drei quer gestellten Boxen (600 mm tief) und eine Reihe aus zwei längs gestellten Boxen (400 mm tief) kombiniert wird. Bei 400 × 300 mm sind es zehn Boxen in drei Reihen. Stehen alle Boxen gleich ausgerichtet, bleibt ein Streifen von 200 mm leer. Stapeln Sie im gemischten Muster, steht jede Box exakt auf einer gleich ausgerichteten Box darunter; die Lagen werden nicht im Verband versetzt. In der Gitterbox (innen 1.200 × 800 mm) passt das Raster genau wie auf der Europalette.

Wie groß ist eine Eurobox innen?

Das Innenmaß einer 600 × 400er-Box ist nicht genormt. Bei den ausgewerteten Euroboxen liegt es zwischen 550 und 570 mm in der Länge und zwischen 353 und 370 mm in der Breite, der VDA-RL-KLT misst innen 544 × 359 mm. Für Einlagen und Kartons planen Sie deshalb immer mit dem Datenblatt des konkreten Modells.

Innenmaße unterscheiden sich, weil sich die Wände nach unten verjüngen, damit die Box im Stapel sitzt. Verstärkte Böden, Rippen und Griffleisten kosten zusätzlich Platz. Die folgende Tabelle zeigt Werte aus Herstellerdatenblättern für Boxen mit derselben Grundfläche:

Modell (600 × 400 mm) Außenhöhe Innenmaß L × B × H Volumen Eigengewicht
VDA-RL-KLT 6280 280 mm 544 × 359 × 262 mm k. A. k. A.
Transoplast Stapelbehälter H 420 420 mm 553 × 353 × 404 mm 86 l 3,3 kg
Transoplast Stapelbehälter H 320 320 mm 566 × 366 × 305 mm 64 l 2,2 kg
Rotom Eurobehälter 64581 330 mm 569 × 366 × 310 mm 65 l 3,05 kg
Auer EG 64/32 320 mm 570 × 370 × 315 mm 66 l 2,41 kg

Werte laut den unter „Quellen“ genannten Datenblättern, abgerufen am 01.11.2026. „k. A.“: im Datenblatt nicht angegeben.

Die nutzbare Innenhöhe im Stapel ist die zweite Angabe, auf die Sie achten sollten. Die Box darüber taucht mit ihrem Fuß in die untere ein. Bei der Auer EG 64/32 schrumpft die Innenhöhe dadurch von 315 auf 303 mm. Füllen Sie Teile bis an den Rand, steht die obere Box auf dem Inhalt statt auf dem Rand, und der Stapel kippelt. Alle Außenmaße sind Nennmaße: Viele Boxen messen real etwas weniger, Toleranzen stehen im Datenblatt.

Was unterscheidet Eurobox und VDA-KLT?

Eine Eurobox und ein VDA-Kleinladungsträger (KLT) teilen das Grundmaß, folgen aber verschiedenen Regeln. Der KLT folgt der VDA-Empfehlung 4500 des Verbands der Automobilindustrie: feste Höhen, Etikettenhalter, definierte Böden. Euroboxen sind freier gestaltet.

In der Automobil-Lieferkette schreiben die Verpackungsvorschriften der Kunden meist KLT oder kundeneigene Behälter vor, oft als Leihgut des Herstellers mit eigenem Behälterkonto, wie etwa die Ladungsträger-Richtlinie von Daimler Truck zeigt. Fördertechnik, Etiketten und Greifer sind dort auf die Behälter eingestellt. Für ein Ersatzteillager oder eine Werkstatt ist der KLT meist überdimensioniert, die einfachere Eurobox ohne VDA-Vorgaben genügt.

Beim KLT kommen zwei Bauarten häufig vor. Der R-KLT hat einen Verbundboden mit Verstrebungen am Außenrand und steht dadurch besonders kippsicher. Der RL-KLT hat einen glatten Unterboden mit Wasserablauflöchern und glatte Innenwände, er läuft besser auf Rollenbahnen und lässt sich leichter reinigen. Für Elektronikbauteile gibt es beide Varianten auch aus leitfähigem Kunststoff (ESD).

Bezeichnung Außenmaß Innenmaß Liefer-VE je Palette
RL-KLT 3147 300 × 200 × 147,5 mm 243 × 162 × 129,5 mm 256
RL-KLT 4147 400 × 300 × 147,5 mm 345 × 260 × 129,5 mm 128
RL-KLT 4280 400 × 300 × 280 mm 345 × 260 × 262 mm 64
RL-KLT 6147 600 × 400 × 147,5 mm 544 × 359 × 129,5 mm 64
RL-KLT 6213 600 × 400 × 213 mm 544 × 359 × 195 mm 40
RL-KLT 6280 600 × 400 × 280 mm 544 × 359 × 262 mm 32

Werte laut Produktübersicht Kleinladungsträger von DE-PACK, abgerufen am 01.11.2026.

Die KLT-Bezeichnung verschlüsselt das Maß. Beim RL-KLT steht die erste Ziffer für die Grundfläche (3 = 300 × 200, 4 = 400 × 300, 6 = 600 × 400 mm), die drei folgenden für die Höhe. Ein RL-KLT 6280 ist also 600 × 400 × 280 mm groß. Beim R-KLT stehen die ersten beiden Ziffern für die Grundfläche und die letzten beiden für die Höhenklasse: Der R-KLT 6429 misst ebenfalls 600 × 400 × 280 mm.

Euroboxen und KLT passen gemeinsam auf Palette und Regal. Aufeinander stapeln lassen sie sich nur, wenn Stapelrand und Fuß zusammenpassen. Mischstapel bilden Sie am besten nur mit ausdrücklicher Freigabe der Hersteller.

Welche Höhen gibt es?

Für Euroboxen ist keine Höhe vorgeschrieben. Die ausgewerteten Datenblätter für 600 × 400 mm reichen von 75 bis 420 mm, mit Scharnierdeckel bis 435 mm. Viele Anbieter führen dazwischen weitere Stufen wie 120 oder 220 mm. Nur der VDA-KLT hat feste Höhen: 147,5, 213 und 280 mm.

Außenhöhe Modell (60 × 40 cm) Volumen
75 mm (7,5 cm) Auer EG 64/75 HG 15 l
170 mm (17 cm) Auer EG 64/17 35 l
320 mm (32 cm) Transoplast H 320 / Auer EG 64/32 64 l / 66 l
330 mm (33 cm) Rotom 64581 65 l
400 mm (40 cm) Rotom 64532 76 l
420 mm (42 cm) Transoplast H 420 86 l
435 mm (43,5 cm) inkl. Deckel Auer ED 64/42 mit Scharnierdeckel 88 l

Werte laut den unter „Quellen“ genannten Datenblättern, abgerufen am 01.11.2026.

Größennummern wie „Größe 4“ oder „GR-4“, die manche Händler verwenden, sind keine einheitlichen Bezeichnungen. Dahinter steckt bei jedem Anbieter ein anderes Maß, verlässlich ist nur die Angabe in Millimetern.

Wählen Sie die Höhe nach dem Platz, in dem die Box später steht. Eine flache Box mit 75 mm eignet sich als Schublade im Regal oder als Tablett am Montageplatz. Hohe Boxen ab 400 mm sind voll beladen schnell zu schwer zum Tragen, dazu mehr im Abschnitt zur Belastung.

Rechenbeispiel: Welche Höhe nutzt ein Regalfach besser?

Ein Palettenregalfach hat eine lichte Höhe von 1.300 mm. Auf einer Europalette (144 mm hoch) sollen Euroboxen 600 × 400 mm aus der Transoplast-Serie eingelagert werden. Zum Ein- und Auslagern planen Sie 100 mm Luft ein. Für die Boxen bleiben 1.300 − 144 − 100 = 1.056 mm.

Modell Lagen Boxen je Palette Volumen je Box Volumen je Palette
Transoplast H 320 3 (höchstens 960 mm) 12 64 l 768 l
Transoplast H 420 2 (420 + 408 = 828 mm) 8 86 l 688 l

Die niedrigere Box bringt in diesem Fach rund 12 % mehr Volumen unter, obwohl jede einzelne kleiner ist. Für die H 420 nennt das Datenblatt eine Stapelhöhe von 408 mm je weiterer Box, für die H 320 ist mit der vollen Außenhöhe gerechnet. Rechnen Sie das für jedes Fachmaß einmal durch, bevor Sie Boxen in Stückzahl bestellen. Lose Boxenlagen auf einer Palette im Regal sichern Sie mit Stretchfolie oder Umreifung, damit beim Ein- und Auslagern keine Box nach hinten oder in den Gang fällt.

Wie viel trägt eine Eurobox und wie hoch darf man stapeln?

Die Tragfähigkeit gibt an, wie viel Inhalt eine einzelne Box aufnehmen darf. Die Stapellast gibt an, wie viel Gewicht von oben auf der untersten Box liegen darf. Beide Werte stehen im Datenblatt. Wer die 250 kg Stapellast für die Tragfähigkeit hält, füllt eine Box viel zu schwer; wer umgekehrt die 40 kg Tragfähigkeit für die Stapellast hält, verschenkt Stapelhöhe.

Die Tragfähigkeit reicht bei gleicher Grundfläche von 25 kg (Transoplast H 320) bis 40 kg (Transoplast H 420, Rotom 64581). Eine Stapellast nennen nur die Transoplast-Datenblätter, jeweils 250 kg als „max. Stapelbelastung“. Ob damit die Auflast auf der untersten Box oder das Gewicht des ganzen Stapels gemeint ist, lassen Sie sich vom Hersteller bestätigen; dieser Ratgeber rechnet mit Auflast. Das Volumen sagt also nichts über die Belastbarkeit: Eine 64-Liter-Box mit Schrauben wiegt schnell mehr als 25 kg.

Stapellasten von Kunststoffbehältern gelten in der Regel für ruhende Last bei Raumtemperatur und nur, wenn die obere Box auf dem Rand steht. Im Lkw, bei Wärme oder bei wochenlanger Dauerlast trägt dieselbe Box weniger, weil Kunststoff unter Last langsam nachgibt. Steht im Datenblatt keine Stapellast oder keine Angabe zur Transportlast, fragen Sie beim Hersteller nach.

Rechenbeispiel: Wie hoch darf ich stapeln?

Ein Stapel Transoplast-Boxen 600 × 400 × 420 mm, jede mit 40 kg Inhalt und 3,3 kg Eigengewicht, also 43,3 kg je Box. Die unterste Box trägt alle Boxen darüber. Bei 250 kg Stapellast dürfen höchstens 250 ÷ 43,3 = 5,8, also 5 volle Boxen auf ihr stehen. Nach der Stapellast wäre der Stapel 6 Boxen hoch.

Die zweite Grenze ist die Schlankheit nach DGUV Information 208-061, Abschnitt 5.4.7: Ein Stapel darf höchstens sechsmal so hoch sein wie die Schmalseite seiner Grundfläche, bei einem Standsicherheitsfaktor von mindestens 2,0. Bei 400 mm Breite sind das 2.400 mm. Sechs Boxen erreichen 420 + 5 × 408 = 2.460 mm und liegen darüber, fünf Boxen (2.052 mm) darunter.

Grundmaß Schmalseite Höchste Stapelhöhe bei Schlankheit 6 : 1
300 × 200 mm 200 mm 1.200 mm
400 × 300 mm 300 mm 1.800 mm
600 × 400 mm 400 mm 2.400 mm
800 × 600 mm 600 mm 3.600 mm

Obergrenze aus der Schlankheit. Ob ein Stapel bis dahin standsicher ist, zeigt erst die Rechnung nach Anhang 1.

Die Schlankheit allein gibt einen Stapel noch nicht frei. Anhang 1 der DGUV Information 208-061 verlangt den Nachweis gegen Umkippen: In jeder Lagerfuge wirkt eine Horizontalkraft von 1/50 des Gewichts einer Stapeleinheit, an der obersten Fuge zusätzlich mindestens 150 N, etwa ein kräftiger Schub mit Hand oder Schulter. Der Ansatz steht für das Anstoßen durch Personen und Verkehr. Das Standmoment muss mindestens doppelt so groß sein wie das Kippmoment. Eine eigene Überschlagsrechnung nach diesem Ansatz zeigt für die 420-mm-Box (Stapelhöhe 408 mm je Box):

Stapelart Gewicht je Lage Standsicherheit bei 2 / 3 / 4 / 6 Lagen (gefordert: 2,0)
Einzelne Säule, volle Boxen 43,3 kg 2,7 / 1,95 / 1,7 / 1,45: nur 2 Boxen nachgewiesen
Einzelne Säule, leere Boxen 3,3 kg 0,2 / 0,16 / 0,14 / 0,13: nicht nachgewiesen
4 Säulen voller Boxen auf der Europalette, gesichert als Block 173 kg 18 / 12,6 / 10,3 / 8,0: ausreichend
4 Säulen leerer Boxen auf der Europalette, gesichert als Block 13 kg 1,7 / 1,3 / 1,1 / 1,0: nicht ausreichend

Rechnung: Standmoment n · G · b/2, Kippmoment 150 N · (n − 1) · h + G/50 · h · n · (n − 1)/2, mit b = Schmalseite (400 mm je Säule, 800 mm für den Block), h = 408 mm. Als Block gelten die vier Säulen nur, wenn sie mit Folie oder Umreifung zusammengehalten werden. Bei 6 Lagen auf der Europalette ist die Ladeeinheit rund 2,6 m hoch. Ersetzt keinen Standsicherheitsnachweis im Einzelfall.

Leichte und leere Stapel sind die gefährlicheren, das steht ausdrücklich in Anhang 1 der DGUV-Information. Für die Praxis heißt das: Volle Boxen stapeln Sie frei stehend nur sehr niedrig, in diesem Beispiel höchstens zwei übereinander. Leergut gehört nicht als lose Säule in den Gang, sondern foliert oder umreift auf die Palette, auf einen Rollwagen, ins Regal oder in eine abgegrenzte Leergutzone ohne Verkehr. Höhere Stapel brauchen einen eigenen Nachweis in der Gefährdungsbeurteilung. Eine Ausnahme mit höheren Sicherheitsfaktoren erlaubt Abschnitt 5.4.8 nur bei besonders günstigen Lagerbedingungen; für frei stehende Kunststoffboxen spielt sie praktisch keine Rolle. Schwere Boxen gehören nach unten, die Lasten müssen nach oben abnehmen (Abschnitt 5.4.4), und an Stapel lehnt niemand Leitern oder andere Gegenstände (Abschnitt 5.4.5). Für den Lkw-Transport sichern Sie Boxenpaletten mit Stretchfolie oder Umreifung und Kantenschutz, damit die Lagen beim Bremsen nicht verrutschen.

Die Tragfähigkeit der Box ist nicht die Last, die ein Mensch tragen sollte. Eine 43-kg-Box hebt niemand dauerhaft gefahrlos von Hand, schon gar nicht aus 2 m Höhe. Die Lastenhandhabungsverordnung verpflichtet Sie, solche Handhabungen durch Organisation oder Hilfsmittel zu vermeiden oder in der Gefährdungsbeurteilung zu bewerten. Das übliche Werkzeug dafür ist die Leitmerkmalmethode Heben, Halten, Tragen der BAuA. Legen Sie daraus eine Beladungsgrenze in Kilogramm für Boxen fest, die von Hand bewegt werden, und schreiben Sie diese an Box oder Regal.

Aus der Praxis

Ein verbreiteter Fehler: Boxen werden nach Litern gekauft und dann bis zum Rand mit Metallteilen gefüllt. Die Box hält das zunächst, der Boden biegt sich aber durch, und im Stapel drückt die Last auf die Griffleisten statt auf den Rand. Nach einigen Monaten reißen die Ecken. Vermeiden lässt sich das mit einer klaren Beladungsgrenze in Kilogramm, die auf der Box oder am Regal steht, und mit Boxen mit verstärktem Boden für schwere Teile. Boxen mit Rissen an Ecken, Stapelrand oder Boden sortieren Sie sofort aus, für sie gilt keine Stapellast mehr. Eine kurze Sichtprüfung beim Wareneingang und bei der Leergutannahme fängt die meisten davon ab.

Wie plane ich Euroboxen im Regal?

Für 600 × 400er-Boxen brauchen Sie 600 mm Regaltiefe, für 400 × 300er-Boxen reichen 400 mm. Die Fachbreite planen Sie als Vielfaches der Boxbreite plus Griffluft. Dann stimmt die Lastrechnung, und keine Box ragt in den Gang.

Ein Fachbodenregal mit 600 mm Tiefe als Beispiel: Bei 1.000 mm Fachbreite passen zwei 600 × 400er-Boxen quer nebeneinander (800 mm), 200 mm bleiben ungenutzt. Bei 1.300 mm Fachbreite sind es drei Boxen (1.200 mm). Drei Boxen mit je 43,3 kg ergeben 130 kg auf einem Boden. Rechnen Sie dabei mit der lichten Fachweite aus dem Herstellerkatalog, sie liegt je nach System einige Zentimeter unter dem Nennmaß. Die Summe von 130 kg vergleichen Sie mit der Fachlast auf dem Belastungsschild. Wie Fachlast und Feldlast zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Fachlast und Feldlast: So lesen Sie das Belastungsschild am Regal.

Welche Regalbauart zu Kleinteilen in Boxen passt, steht im Ratgeber Fachbodenregal: Aufbau, Fachlasten und wann es die bessere Wahl ist. Wenn Boxen nach dem Prinzip „first in, first out“ nachlaufen sollen, etwa an einer Montagelinie, ist ein Durchlaufregal mit FIFO-Prinzip die bessere Wahl. Dort laufen Boxen mit glattem Boden, also RL-KLT oder Euroboxen mit geschlossenem Boden, deutlich sauberer über die Rollen als Boxen mit Rippenboden.

Für die Palette gilt das Raster aus der Grafik oben. Für Paletten selbst, ihre Tragfähigkeit und den Palettentausch gibt es den Ratgeber Europalette: Maße, Gewicht, Tragfähigkeit und Kennzeichnung. Für lose, schwere oder sperrige Teile, die in keine Box passen, ist die Gitterbox mit ihren Maßen und Tauschregeln der nächstgrößere Ladungsträger.

Worauf achten Sie beim Kauf einer Eurobox?

Beim Kauf einer Eurobox entscheiden fünf Werte aus dem Datenblatt. Ob die Box geschlossen oder durchbrochen, mit oder ohne Deckel, starr, nestbar oder klappbar ist, folgt danach aus dem Einsatz.

  • Innenmaß und nutzbare Innenhöhe im Stapel, wenn Einlagen oder Werkzeugschaum hineinsollen.
  • Tragfähigkeit in kg für den schwersten Inhalt, den Sie realistisch einfüllen.
  • Stapellast in kg für die geplante Stapelhöhe.
  • Bodenausführung: glatt für Rollenbahnen und Durchlaufregale, verstärkt für schwere Teile, Gitterboden für Teile, die abtropfen oder trocknen sollen.
  • Material und Temperaturbereich: Die meisten Boxen sind aus Polypropylen (PP) oder PP-Copolymer, manche aus Polyethylen (PE). Selbst innerhalb einer Serie unterscheiden sich die Angaben: Transoplast nennt für das 420-mm-Modell −20 °C bis +50 °C (kurzzeitig bis +90 °C), für das 320-mm-Modell bis +80 °C. PP wird bei Kälte spröde; für Tiefkühlung und Stöße in der Kälte fragen Sie nach PE oder einer ausdrücklichen Freigabe. Für draußen brauchen Sie eine UV-stabilisierte Ausführung.

Für Lebensmittel muss die Box für den Lebensmittelkontakt geeignet sein. Lassen Sie sich die Konformitätserklärung nach der EU-Verordnung Nr. 10/2011 über Kunststoffe mit Lebensmittelkontakt geben, statt sich auf das Wort „lebensmittelecht“ im Shop zu verlassen. Für elektronische Bauteile wählen Sie ESD-Behälter aus leitfähigem Kunststoff.

Deckel, Trennwände und Etikettenhalter stehen in keiner Maßtabelle und sind fast immer herstellerspezifisch. Führen Sie ein Behältersystem ein, bleiben Sie deshalb bei einem Hersteller und einer Serie und planen nur Paletten und Regale nach dem Raster.

Laufen Boxen im Mehrweg zwischen Standorten oder zu Kunden, kostet vor allem das Leergut: Starre Boxen fahren leer genauso viel Luft zurück wie voll. Nestbare oder klappbare Boxen sparen im Rücklauf und im Leergutlager viel Platz, sind aber meist weniger belastbar und nicht in jeder Bauart stapelbar. Für ein festes Handlager ohne Rücklauf lohnt sich dieser Aufwand nicht.

Unsere Einschätzung

Für Werkstatt, Ersatzteillager und Versand ist die geschlossene Eurobox 600 × 400 mm in einer Höhe zwischen 170 und 320 mm unsere Standardempfehlung. Sie passt in 600 mm tiefe Regale, füllt die Europalette exakt und bleibt voll beladen noch tragbar. Für Kleinteile ergänzen Sie 400 × 300 und 300 × 200 mm aus derselben Serie.

VDA-KLT lohnen sich nur, wenn Sie Automobilkunden beliefern oder Fördertechnik einsetzen, die auf KLT ausgelegt ist. Für ein reines Handlager zahlen Sie dort für Eigenschaften, die Sie nicht nutzen. Hohe Boxen ab 400 mm sind nur für leichtes, voluminöses Gut sinnvoll. Mit Metallteilen gefüllt sind sie zu schwer zum Tragen.

Häufige Fragen zu Eurobox-Maßen

Wie viele Euroboxen passen auf eine Europalette?

Je Lage passen 4 Boxen mit 600 × 400 mm, 2 mit 800 × 600 mm, 8 mit 400 × 300 mm oder 16 mit 300 × 200 mm. Auf der Industriepalette 1.200 × 1.000 mm sind es im gemischten Muster 5 bzw. 10 Boxen. Die Zahl der Lagen ergibt sich aus Boxhöhe, Stapellast und der erlaubten Ladehöhe von Regal oder Lkw.

Was ist der Unterschied zwischen Eurobox und Eurobehälter?

Im Sprachgebrauch keiner. Eurobox, Eurobehälter, Eurokiste und Euronormbehälter bezeichnen dieselbe Sache: einen Stapelbehälter im 600 × 400er-Raster. Der VDA-KLT ist eine genauer festgelegte Sonderform für die Autoindustrie.

Welche Maße hat eine Eurobox 60 × 40 cm?

Außen 600 × 400 mm Grundfläche, die Höhe wählen Sie je nach Modell, häufig zwischen 7,5 und 42 cm. Innen bleiben bei den ausgewerteten Euroboxen 550 bis 570 mm Länge und 353 bis 370 mm Breite.

Wie hoch ist eine Eurobox mit Deckel?

Ein Deckel macht die Box wenige Zentimeter höher, der genaue Wert steht im Datenblatt. Bei Boxen mit fest angeschlagenem Scharnierdeckel enthält die Höhenangabe meist schon den Deckel: Die Auer ED 64/42 misst außen 43,5 cm hoch und fasst 88 l. Bei losen Auflagedeckeln addieren Sie die Deckelhöhe aus dessen eigenem Datenblatt.

Passen Euroboxen verschiedener Hersteller aufeinander?

Auf der Palette und im Regal ja, beim direkten Stapeln nicht immer. Stapelränder, Füße und Deckel sind herstellerspezifisch. Prüfen Sie Mischstapel vorher und verlassen Sie sich nicht auf das gemeinsame Grundmaß.

Wie schwer darf eine Eurobox beladen werden?

So schwer, wie das Datenblatt als Tragfähigkeit angibt, bei den hier ausgewerteten Modellen 25 bis 40 kg. Ob ein Mensch diese Box noch tragen darf, klären Sie getrennt davon in der Gefährdungsbeurteilung, etwa mit der Leitmerkmalmethode.

Alle Regalsysteme, Lastangaben und Prüfpflichten im Zusammenhang finden Sie im Überblick Lagerregale und Lagertechnik: Systeme, Tragfähigkeit und Sicherheit im Überblick.

Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung oder Prüfung durch eine befähigte Person.

Quellen

Maße, Gewichte und Lastangaben stammen aus den folgenden Quellen. Herstellerangaben gelten für das jeweils genannte Modell.

Our Score
Click to rate this post!
[Total: 0 Average: 0]
www.betriebsausstattung.net
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.